Teuren Preisen zum Trotz sind Rosen am Valentinstag ein Verkaufsschlager. Was halten Floristen im Kreis davon? Und wie bleiben Rosen möglichst lange frisch?
Rote Rosen am Valentinstag – für viele Verliebte gehören sie dazu wie der Tannenbaum zu Weihnachten. Für Floristen bedeutet der 14. Februar, der dem Heiligen Valentin als Schutzpatron der Liebenden gewidmet ist, ein besonders verkaufsstarker Tag. „Da geht es den ganzen Tag zu wie im Taubenschlag“, sagt Michael Metzger vom gleichnamigen Blumengeschäft in Schönaich. Nur am Muttertag gingen noch mehr Blumen über die Verkaufstheke.
Vor allem Männer kaufen Rosen am Valentinstag
Auch wenn der ein oder andere Kunde ein buntes Sträußchen kauft, der Kassenschlager ist am Valentinstag ungebrochen die langstielige rote Rose. Die Kundschaft sei überwiegend männlich und zwischen 14 und 50 Jahren alt, sagt Metzger, „wobei vereinzelt auch Frauen Rosen kaufen. Das war vor ein paar Jahren noch nicht so.“ Pünktlich zum Valentinstag ist der Rosenpreis nach oben geschnellt: Für ein langstieliges Exemplar verlangt der Florist 6,50 Euro. In den vergangenen zwei Jahren seien sie im Einkauf besonders teuer geworden, sagt Metzger.
Während der Schönaicher Blumenhändler alle Rosen aus Holland kauft, versuchen die Schwestern Doris Wagner-Schmidt und Ute Wagner-Heinkele vom Böblinger Blumengeschäft Stierle-Wagner, möglichst viele aus der Region zu beziehen, zum Beispiel von Gärtnereien aus Stuttgart, Fellbach oder Ludwigsburg. „Aber die Menge, die wir brauchen, können deutsche Gärtner gar nicht abdecken. Deshalb kriegen wir auch welche aus Holland“, sagt Wagner-Schmidt.
Die Zahlen sind imposant: Rund um den Valentinstag verkaufen die Schwestern etwa 1200 rote Rosen, das Stück zu 6 Euro. Spätzündern verhilft nach Ladenschluss der Blumenautomat zu einem Liebesgruß. Aber auch tagsüber greifen einige Kunden gerne auf den automatisierten Verkauf zurück, weiß Wagner-Schmidt: „Wenn im Laden viel los ist, gehen manche an den Automaten.“
Sie selbst ist kein großer Freund des Blumenrausches am Valentinstag. „Wir Floristen sind nicht so begeistert davon, weil es viel Arbeit macht und vor allem die Zwischenhändler daran verdienen“, sagt Wagner-Schmidt. Ein gleichbleibend hoher Blumenverkauf über das Jahr verteilt wäre aus Sicht der Floristen besser. „Und die Frauen würden sich sicher auch freuen, einfach mal so Blumen geschenkt zu bekommen.“
Rote Rosen aus den Höhen von Ecuador
Ganz besondere Rosen verkauft Luis Gomez in seinem Blumengeschäft namens Flowers and Art in Waldenbuch. Der gebürtige Ecuadorianer bezieht die Blumen aus seinem Heimatland von einer Rosenfarm in Quito. „Sie wachsen dort in 2800 Metern Höhe“, sagt Gomez. Das Klima lasse zu, dass die Rosen kaum gespritzt werden müssten. „Sie sind fast ökologisch und von einer Eins-A-Qualität“, schwärmt er. Die Blüten seien besonders dick und so etwas wie der „Porsche unter den Rosen“. Zum Valentinstag verkauft Gomez verschiedene Rosensorten zwischen 4,50 und zwölf Euro – die längste hat einen Stiel von einem Meter Länge. Am besten schenkt man der Liebsten die passende Vase gleich dazu.
Wie bleiben Rosen lange frisch? Michael Metzger gibt einen Tipp: Alle zwei Tage das Wasser wechseln, die Vase auswaschen und die Stiele schräg anschneiden. So könnten sie eine Woche schön bleiben, in einem kühleren Raum sogar bis zu zwei Wochen lang. Tipp unserer Redaktion: Damit die Liebe darüber hinaus andauert, sollten Paare auch jenseits des Valentinstags und nicht nur jeden zweiten Tag lieb zueinander sein.