Er geht: Martin Lambert. Foto:  

Wer Lust hat, Ortsvorsteher von Darmsheim zu werden, der muss sich sputen. Am Donnerstag läuft die Bewerbungsfrist ab.

In den vergangenen Wochen las man es immer wieder in den Amtsblättern: Im Sindelfinger Stadtteil Darmsheim werde ein neuer Ortsvorsteher gesucht. Die Zeit wird langsam knapp, denn die Bewerbungsfrist endet am Donnerstag, 31. Oktober. Noch nicht beantworten lässt sich zur Zeit die Frage, ob und wieviele Bewerber ein Auge auf den Darmsheimer Chefsessel geworfen haben. Der Ortsvorsteher wird vom Gemeinderat und vom Darmsheimer Ortschaftsrat gewählt und Personalfragen sind nach altem kommunalpolitischem Brauch zunächst nichtöffentlich.

 

Von Reinickendorf bis Darmsheim

Der Amtsinhaber Martin Lambert ist zwar kürzlich erst wiedergewählt worden, hat aber bereits im Frühjahr klar gemacht, dass er Ende des Jahres aus dem Amt ausscheiden werde, weil er in den Ruhestand gehen möchte. Damit war Lambert genau fünf Jahre lang für den 4500 Seelen starken Stadtteil zuständig. Der gebürtige Saarländer hat sich schon etliche kommunalpolitische Sporen verdient. Seit 2009 war Lambert, der zuvor beim Sparkassen- und Giroverband arbeitete, hauptamtlicher Stadtrat der CDU im Berliner Bezirk Reinickendorf, mit immerhin rund 250 000 Einwohnern. Dort war er zunächst verantwortlich für die Themen Bauen und Wirtschaft, dann für Stadtentwicklung, Umwelt, Ordnung und Gewerbe.

Die Stelle in Darmsheim habe ihn gereizt, weil er hier mehr Kontakt zum Bürger habe als in der Großstadt. Nicht nur im Sprechzimmer des Bezirksrathauses auch am Wochenende gingen die Bürger auf ihn zu und sprächen mit ihm über ihre Lebensumstände, nicht nur beim Einkaufen, sondern auch beim Besuch der Messe, an der er regelmäßig teilnimmt.

Entwicklung muss „dorfverträglich“ bleiben

Das Darmsheimer Jahrhundert-Ereignis, die Eröffnung der Nordumfahrung mit dem Darmsheimer Tunnel am 18. Mai 2018, hat Lambert noch als Zuschauer miterlebt, doch von 2019 an konnte er als Ortsvorsteher ihre Auswirkungen spüren. Das betrifft die neue Ortsmitte, die jetzt ein sozialer Treff im Ort geworden ist. Während seiner Amtszeit war vor allem die innerörtliche Verdichtung ein Thema, wobei es da nicht um Wolkenkratzer ging. Darmsheim hat eine Gaubensatzung entwickelt, die es den Bürgern leichter macht, ihre Dächer auszubauen. In puncto Wirtschaft ging es ihm darum, den Gewerbebereich Häslach zu entwickeln. Wobei alle Entwicklungen sozusagen „dorfverträglich“ bleiben sollten. Deswegen wurde auch der Aibachgrund als Erholungszone behalten.

Während vor allem der Stadtteil Maichingen immer mehr mit der Sindelfinger Kernstadt zusammenwächst, wirkt Darmsheim hier räumlich noch eigenständiger. Allerdings verschmilzt Darmsheim mit dem Böblinger Stadtteil Dagersheim. Ein großes Thema seiner Amtszeit war die Diskussion um das Rappenbaum-Areal, hier hätte sich Darmsheim eine Grundschule gewünscht, doch konnten sich Böblingen und Sindelfingen nicht einigen. Immer wieder betont hat Lambert, wie herzlich er in Darmsheim aufgenommen worden sei und wie wenig parteipolitisch gearbeitet worden sei zugunsten der Sache.