In Zukunft können Nachtbusnutzer auch auf die Rohrer Höhe fahren. Foto: Archiv Kanter

Künftig steht den Nachtschwärmern an den Wochenenden ein deutlich erweitertes Liniennetz zur Verfügung.

Rohr - Für Nachtschwärmer aus dem Wohngebiet Rohrer Höhe, die an Wochenenden in der Nacht gern durch die Stuttgarter City streifen und sich am Ende ihrer Touren am liebsten mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause chauffieren lassen, beginnt in der Nacht zum Freitag, 14. Dezember, ein neues Zeitalter.

Wenige Tage nach der Umstellung des Fahrplans der Deutschen Bahn am 9. Dezember werden nicht nur die S-Bahnen von Freitag bis Sonntag durchfahren und somit die Fahrgäste – je nach Betrachtung, zu später oder früher Stunde – in stündlichem Turnus zu ihren Zielen im VVS-Gebiet bringen. Bereits in der Nacht auf den 14. Dezember wird über die neue Nachtbuslinie N 10 auch erstmals die Rohrer Höhe angefahren. Diese hatte bisher, ebenso wie beispielsweise Gablenberg, laut den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) aus organisatorischen Gründen nicht von Nachtbussen angefahren werden können.

Wegen der maximalen Umlaufzeit von 60 Minuten je Nachtbuslinie und der Beschränkung auf maximal zehn Nachtbusse war die Zahl der Zielgebiete begrenzt. Da künftig aber die S-Bahnen einen Teil der seither von Nachtbussen angesteuerten Haltestellen mit der Innenstadt verbinden, werden Kapazitäten frei. Diese werden dazu genutzt, das SSB-Nachtliniennetz neu zu strukturieren und teilweise auszubauen.

Der erweiterte Service ist ein Quantensprung

Für den CDU-Stadtrat Jürgen Sauer, der mit sich mit seiner Fraktion in einer Pressemitteilung stark dafür gemacht hatte, dass künftig auch Gebiete wie die Rohrer Höhe mit einer Nachtbuslinie angebunden werden, ist der erweiterte Service „ein Quantensprung“. So könnten insbesondere junge Leute sicher nach Hause kommen. Ihn freut aber auch, dass über das S-Bahnnetz nun an den Wochenenden eine durchgehende Anbindung des Flughafens geboten ist. Und Sauer hofft, dass das im Dezember startende Angebot von dauerhaftem Bestand und nicht nur ein kurzes Intermezzo ist. „Wir wollen den öffentlichen Personennahverkehr dauerhaft verbessern“, hatte er bereits im Juli betont, als die Pläne für die Neustrukturierung der Nachtbuslinien erstmals bekannt geworden sind. Inzwischen hat der Aufsichtsrat des SSB grünes Licht gegeben.

Am Grundkonzept des seit November 1990 bestehenden Nachtlinienkonzept wurde bei der Neuordnung nicht gerüttelt. Erfreulich für die Nutzer der Nachtbusse: auf vielen Strecken wurden kürzere Fahrzeiten erreicht.

Seit der Einrichtung der ersten Nachtbuslinien vor 22 Jahren haben laut SSB mehr als drei Millionen Fahrgäste das Angebot genutzt. Da auf vielen Linien das Fahrgastaufkommen kontinuierlich zugenommen hat, wurde nicht nur die Zahl der Fahrten im Laufe der Jahre erhöht. Auch kommen dort, wo einst nur Standardbusse zur Nachtzeit verkehrten, heute Gelenkbusse zum Einsatz, „da wir sonst der Nachfrage nicht gerecht werden würden“, sagt die SSB-Sprecherin Susanne Schupp. In Rotenberg und Rohracker, wo für die Gelenkbusse kaum ein Durchkommen ist, will die SSB für ihre Kunden ein Anruf-Taxi anbieten. Dieses fährt nach Vorbestellung zu den üblichen Tarifen des Verkehrsverbundes zu den entsprechenden Bushaltestellen.

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