Diese Kinder aus zwei dritten Klassen haben auf dem Hof der Pfaffenwaldschule Kräuter gepflanzt. Jemand hat die Pflanzen ausgegraben und mitgenommen. Foto: Klein

In der Pfaffenwaldschule sollen Kinder mehr über Pflanzen lernen. Doch jemand hat die Kräuterspirale geplündert.

Vaihingen - Die Kräuterspirale auf dem Schulhof der Pfaffenwaldschule in Vaihingen sieht aus, als würde sie bald bepflanzt. Zwischen den Begrenzungssteinen stecken Schildchen in der Erde, auf denen etwa Salbei, Oregano, Thymian und Petersilie zu lesen ist. Tatsächlich wuchsen hier schon Kräuter, doch die meisten wurden vor etwa zwei Wochen gestohlen. Übrig geblieben sind nur Bärlauch-, Kapuzinerkresse- und Weinberglauchpflanzen. „In der Hofpause am Montag, 29. April, haben Schüler gesehen, dass die Kräuter verschwunden sind“, sagt die Lehrerin Cornelia Schabel. Unter ihrer Anleitung hatten Drittklässler sie gepflanzt. „Dass jemand die Kräuter gestohlen hat, hat die Kinder beschäftigt und emotional mitgenommen“, sagt Schabel. Den ganzen Tag sei der Diebstahl ein Thema in der Schule gewesen, berichtet der Rektor Oliver Hoffmann.

Mona aus der dritten Klasse und ihre Schulkameraden haben die Kräuter am 24. April gepflanzt. Dass sie nun nicht mehr da sind, findet sie schade. „Wir haben uns beim Pflanzen viel Mühe gegeben“, sagt Mona. Nach nur fünf Tage war es vorbei mit den Gartenfreunden. „Unsere Schüler haben gar nichts von den Kräutern gehabt“, bedauert Schabel. Die wurden eigentlich aus pädagogischen Gründen auf dem Schulhof gepflanzt. „Die Eltern kaufen Kräuter meistens im Supermarkt. Nur wenige Kinder wissen, wie sie im Garten wachsen.“ Auf einem Beet ein paar Meter weiter wollen die Kinder Kartoffeln anbauen und sie im Herbst ernten und essen. „Dazu machen die Schüler dann Kräuterbutter und Kräuterquark“, berichtet Cornelia Schabel.

In der Schule hat man nichts unversucht gelassen, die Kräuter wiederzufinden. „Unsere Hausmeisterin hat am Montag das Schulgrundstück abgesucht“, berichtet Rektor Hoffmann. „Jemand hat die Kräuter wohl gebraucht und sie mitgenommen“, vermutet er. Cornelia Schabel kann sich nicht vorstellen, dass es Kinder oder Jugendliche waren. „Ich denke, die hätten sie ausgegraben und dann irgendwo hingeworfen.“ Sie vermutet, dass Erwachsene die Übeltäter waren. „Das finde ich so was von erbärmlich und beschämend“, sagt sie.

Der Diebstahl wurde im Unterricht aufgearbeitet

Für die Kinder sei das eine erste Erfahrung mit Kriminalität. „Sie erleben jetzt, wie drastisch ein Diebstahl ist“, sagt Schabel. Das haben sie im Unterricht aufgearbeitet. Dass der Täter gefunden wird, hält sie für unrealistisch. Die Mutter eines Schülers habe zwar eine Frau auf dem Schulhof gesehen, könne sie aber nicht beschreiben. Die Schüler und Lehrer sind in die Offensive gegangen und haben ihrem Ärger Ausdruck verliehen. Am Schulhaus hängt ein Zettel, auf dem steht, wie wütend sie über den Diebstahl sind. Sie haben auch Zettel an Anwohner verteilt.

Die Kräuterspirale soll dennoch nicht leer bleiben. Am Mittwoch haben die Schüler neue Kräuter gepflanzt. „Ich hoffe, dass die Diebe nicht wiederkommen“, sagt der Drittklässler Eiji.

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