Gemeinsam sind wir stark: Mitarbeiter der Firma Cisco und der Lebenhilfe-Werkstätten beim Schaffen. Foto: Marie Hertfelder

Mitarbeiter der IT-Firma Cisco haben bei einem Aktionstag in der Lebenshilfe tatkräftig mitgeholfen.

Vaihingen - Während die einen in Bussen zu einem Ausflug aufbrechen, hört man im hintersten Winkel noch immer die Kreissäge kreischen. Auf dem Gelände der Vaihinger Werkstätten der Lebenshilfe sind neun Männer mit vollem Tatendrang und Eifer bei der Sache. Vier von ihnen sind Mitarbeiter vom Stuttgarter Standort des IT-Unternehmens Cisco. Die anderen fünf sind Beschäftigte der Werkstätten und heute ausnahmsweise mit ihren „neuen Kollegen“ bei der Arbeit. Schreiner Norbert Krell spaltet mit Cisco-Mitarbeiter Klaus Naaß das Holz. Naaß ist schon zum zweiten Mal beim sogenannten Giving-Back-Day seiner Firma dabei.

Seit 2007 veranstaltet die deutsche Tochtergesellschaft des amerikanischen Netzwerkherstellers Cisco in ihren sieben Niederlassungen bundesweit diesen gemeinnützigen Aktionstag, mittlerweile zum fünften Mal. Insgesamt sind mehr 300 Mitarbeiter im Einsatz. Die Lebenshilfe ist, über die Landesgrenzen hinweg, Partner der Aktion. Dazu zählen auch Schulen, Kindergärten und andere soziale Einrichtungen. In Stuttgart sind die Firmenmitarbeiter von Cisco auf die zwei Werkstätten der Lebenshilfe verteilt. Die eine befindet sich an der Vaihinger Jurastraße, die andere am Löwentor im Stuttgarter Norden. Ziel ist es, wie der Name schon sagt, „der Gesellschaft etwas zurückzugeben“.

Das Engagement ist freiwillig, doch für die meisten Mitarbeiter wie Klaus Naaß ist das Mitmachen selbstverständlich. Dieser Tag ist laut Klaus Naaß eine gute Gelegenheit einmal aus der gewohnten Umgebung herauszukommen und eine andere Art von Arbeit kennenzulernen. Die aktive Arbeit mit Menschen, die Begleitung brauchen, gehe sonst im Alltag eher unter und komme viel zu kurz, meint der IT-Fachmann. Für beide Seiten ist der Giving-Back-Day eine Bereicherung. Schreiner Norbert Krell und die übrigen Arbeiter der Lebenshilfe sind mit ihren „Lehrlingen“ zufrieden. Denn auch die Lebenshilfe profitiert von dieser Zusammenarbeit. Außer ihrer Arbeitskraft, die die Cisco-Mitarbeiter für einen Tag zur Verfügung stellen, ist auch die Vernetzung mit der Firma wichtig, meint Lebenshilfe-Fertigungsleiter Uwe Bosse. Ein solcher Tag sei eine Möglichkeit „untereinander ins Gespräch zu kommen“ und auch öffentlich „in aller Munde zu sein“. Er ergänzt: „Die Lebenshilfe soll den Menschen im Gedächtnis bleiben und in ihren Alltag integriert werden.“

Den Tag nutzen, um besondere Projekt zu verwirklichen

Manche der teilnehmenden Einrichtungen nutzen den Tag auch, um besondere Projekte zu verwirklichen, für die bis dahin keine Zeit oder Kapazität vorhanden war. So etwa in einer Duisburger Schule, in der die Klassenzimmer von Cisco-Arbeitern neu gestrichen wurden, berichtet Projektleiter Stephan Dormann.

Am Donnerstag ist alles wieder beim Alten: Die Cisco-Mitarbeiter kehren auf vertrautes Terrain zurück, und auch die Handwerker der Lebenshilfe fahren wie gewohnt mit ihrer Arbeit fort. Alle sind gespannt, was sie das nächste Mal voneinander lernen können.

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