Uwe Junge von der AfD war zu Gast bei „hart aber fair“. Foto: dpa

Anlässlich des Mordes an Walter Lübcke wird bei „hart aber fair“ in der ARD über rechten Hass diskutiert. Die Anwesenheit eines AfD-Politikers bei der Talkshow sorgt im Netz für teils heftige Proteste.

Berlin - Für Diskussionen sorgen Tweets zur Talkshow „hart aber fair“, mit denen das Erste zur Einladung eines AfD-Vertreters Stellung nimmt. Am Montagabend war der AfD-Fraktionsvorsitzende in Rheinland-Pfalz, Uwe Junge, zu Gast in der Sendung mit Moderator Frank Plasberg, die bundesweit im Ersten zu sehen ist.

Das Thema lautete „Aus Worten werden Schüsse: Wie gefährlich ist rechter Hass?“. In sozialen Medien gab es bereits vor der Talkshow Kritik an der Einladung an Junge. Das Erste twitterte daraufhin: „Die Redaktionen der Talksendungen bemühen sich insbesondere, AfD-Vertreterinnen kein Forum für ihre Zwecke zu bieten. Je nach Thema ist es aber von Fall zu Fall nötig, AfD-PolitikerInnen selbst zu Wort kommen zu lassen.“

Mord an Walter Lübcke als Anlass

Sabine Knott, Leiterin der Zuschauerredaktion bei das Erste in München, reagierte darauf ebenfalls auf Twitter: „Dieser Tweet war leider nicht mit der Redaktion von „hart aber fair“ abgestimmt. Dafür entschuldigen wir uns. Wir betonen, dass bei uns für alle Parteien dieselben Standards gelten. Im Übrigen entscheidet jede Redaktion für sich, wen sie zu welchem Thema einlädt.“ Beide Tweets wurden vielfach kommentiert und geteilt.

Anlass der Sendung war der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und das Geständnis des mehrfach vorbestraften und in früheren Jahren durch Kontakte in die rechtsextreme Szene aufgefallenen Stephan E., den CDU-Politiker Anfang Juni getötet zu haben. Weitere „hart aber fair“-Gäste waren der Innenminister aus Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul (CDU), Irene Mihalic von den Grünen, der Journalist Georg Mascolo und der Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: