Verstärkung angekündigt: US-Verteidigungsminister Lloyd Austin in Berlin. Foto: dpa/Kay Nietfeld

Lloyd Austin hat auf seinem ersten Auslandsbesuch als US-Verteidigungsminister in Berlin eine Verstärkung der US-Landstreitkräfte in Europa und Afrika angekündigt. Rund 500 Soldaten sollen vor allem neue Fähigkeiten mitbringen.

Wiesbaden/Stuttgart - Die US-Landstreitkräfte in Europa und in Afrika erhalten durch eine geplante Truppenverstärkung in Deutschland neue Fähigkeiten. Die rund 500 Soldaten, deren Verlegung nach Mainz und Darmstadt US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Dienstag nach dem Gespräch mit seiner deutschen Kollegin Annegret Kramp-Karrenbauer in Berlin ankündigte, gehören zwei neuartigen Einheiten des US-Militärs an.

In der Grauzone zwischen Provokation und Konflikt

Die Mehrbereichseinsatzgruppe Europa (Multi-Domain Task Force Europe) ist darauf ausgerichtet, zu Land oder Wasser, in der Luft, im Weltraum und im Internet mit neuester Technik und neuen Einsatzkonzepten der Artillerie, der Elektronischen Kampfführung, der Cyber-Kampfführung, der Raketen- und Flugabwehr die Handlungsfreiheit eigener und verbündeter Truppen zu erhalten und die möglicher Gegner einzuschränken. Die US-Streitkräfte haben diese Art von Truppe seit 2017 entwickelt und verfügen derzeit über eine einsatzfähige Einheit im Fernen Osten. Solche Einsatzgruppen gelten als Keimzellen für die Modernisierung des US-Heeres. Sie sollen Amerikas Handlungsfähigkeit nicht zuletzt in der wachsenden Grauzone zwischen staatlichen Provokationen und offenen gewaltsamen Konflikten erweitern.

Mehr Wucht für den Einsatz von Fernwaffen

Die zweite Einheit, ein sogenanntes Feuerleitkommando, dient dazu vor allem Fernwaffeneinsätze amerikanischer und verbündeter Truppen zusammenzufassen und sie präziser und schwerer angreifbar zu machen. Auch diese Heereseinheit ist so zugeschnitten, dass sie auch Luft-, See- und Cyberstreitkräfte einbinden kann.

35 zivile Arbeitsplätze für Einheimische

Die Einheiten sollen im Herbst einsatzbereit sind. Mit den Soldaten kommen rund 750 Angehörige nach Deutschland. 35 Arbeitsplätze für Einheimische sollen durch die Verlegung entstehen. (rsg)

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