Die Brücke begrub mehrere Fahrzeuge unter sich. Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

In Miami ist eine Fußgängerbrücke über einer Autobahn eingestürzt und hat dabei mehrere Fahrzeuge unter sich begraben. Mindestens sechs Menschen kamen dabei ums Leben.

Miami - Beim Einsturz einer neuen Fußgängerbrücke über einer Autobahn in Miami sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen und mehrere weitere verletzt worden. Einsatzkräfte suchten am Freitag in den Trümmern weiter nach Opfern. Die 950 Tonnen schwere Betonbrücke begrub nach Angaben der Polizei mehrere Fahrzeuge unter sich. Die Brücke, welche die Florida International University mit Studentenwohnheimen verbinden sollte, war noch nicht in Benutzung. Der Brückenabschnitt über die Autobahn war erst am Samstag errichtet worden. Verwendet wurde dabei eine modulare Bauweise, die schnellere Bauarbeiten ermöglicht.

Die Eröffnung der Brücke war erst für das kommende Jahr geplant. Die Brücke stürzte am Donnerstag ein und begrub mindestens acht Autos. Rettungskräfte und Polizei rückten mit einem Großaufgebot an und suchten in den Trümmern nach Überlebenden. Eingesetzt wurde auch ein Kran, um den Schutt zu entfernen. Die Bergungsarbeiten waren äußerst riskant, da nach Einschätzung von Fachleuten auch die Brückenträger beidseitig der Autobahn einzustürzen drohten, wie ein Polizeisprecher sagte.

„Die Autos waren total zertrümmert“, sagte eine Augenzeugin dem Nachrichtensender CNN. Sie habe Sanitäter gesehen, die versucht hätten, einen Verletzten wiederzubeleben. Ein anderer Autofahrer berichtete, wie er und einige andere Fahrer aus den Autos gesprungen und zum Unglücksort gerannt seien. „Wir haben Menschen geholfen, deren Autos mindestens zur Hälfte zerquetscht waren.“ Zwei Lastwagen seien komplett zerdrückt worden. Mindestens zehn Verletzte wurden in ein Krankenhaus in der Gegend gebracht. Zwei von ihnen hatten lebensgefährliche Verletzungen erlitten, wie Mark McKenney vom Kendall Regional Medical Centers sagte.

Die Florida International University äußerte sich „schockiert und traurig über die tragischen Ereignisse“. US-Präsident Donald Trump dankte im Kurzbotschaftendienst Twitter den Einsatzkräften. US-Senator Marco Rubio, der regelmäßig an der Universität unterrichtet, sprach von einer „schrecklichen Tragödie“. Demnach stürzte die Brücke ein, als die sie haltenden Stahlseile wieder festgezogen werden sollten. Das am Bau der Brücke beteiligte Unternehmen FIGG Engineering Group sagte in einer Erklärung zu, mit den Behörden in jeder Hinsicht kooperieren zu wollen. „Wir sind fassungslos“, hieß es darin weiter. „In unserer 40-jährigen Firmengeschichte ist nichts Derartiges bislang passiert.“ In den USA kommt es selten vor, dass Brücken einstürzen. Bei dem folgenschwersten Unglück dieser Art in den vergangenen Jahrzehnten kamen 2007 im US-Bundesstaat Minnesota 13 Menschen ums Leben.

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