Wegen des angenehmen Klimas wird San Diego von seinen Bewohnern als „America’s Finest City“ bezeichnet. Die Wellen des Pazifiks eignen sich insbesondere zum Surfen, die Strände zum Beachvolleyball-Spielen. Foto: Tourismusverband

Gregory Peck und Cameron Diaz haben etwas gemeinsam: Sie stammen aus San Diego. Die kalifornische Stadt ist sportlich, sexy und tiefenentspannt.

San Diego - Sieben Uhr morgens am Mission Beach. Die Surfer sind schon da, dümpeln auf leichtem Wellengang. Die Sonne wärmt den Rücken derer, die ihnen vom breiten Strand aus zusehen. An der Promenade zischen Läufer, Inlineskater, Radfahrer und Skateboarder entlang, viele mit einem Kaffeebecher in der Hand. Matt Alvarez sitzt auf dem Sand. Er ist 22 und jobbt als Bauhelfer. Wegen des Surfens ist er hierhergezogen. „Wenn es ein Paradies gibt, dann ist es sicher so wie hier.“ Dann erzählt er, wie er 200 Meter vom Strand in einem Häuschen mit fünf Kumpels lebt. Er schwärmt von Partys und dem tollen Gefühl, wenn beim Surfen die perfekte Welle auf ihn zurollt. Das Beste? „Ich habe seit drei Jahren keine lange Hose mehr getragen.“ San Diego zieht Lebenskünstler, Sportler, Winterflüchtlinge und Genussmenschen an.

Trotzdem ist die zweitgrößte Stadt Kaliforniens (1,5 Millionen Einwohner) ein weitgehend unbekannter Superstar. Einen großartigen Überblick gewinnt man von Point Loma aus. Am Südende der Halbinsel ehrt das Cabrillo National Monument den Portugiesen Juan Rodriguez Cabrillo, der 1542 als erster Europäer die Westküste der späteren USA betrat. Der kleine Nationalpark bietet auch Wanderwege, einen Leuchtturm und Ausblicke auf Grauwale, die zwischen Dezember und März vorbeiziehen. In der Ferne funkeln die Hochhäuser der City. Dort, im Gaslamp Quarter, finden sich restaurierte Gebäude aus viktorianischer Zeit.

136 entschieden sich für L.A.

In denkmalgeschützten Prachtbauten gibt es Boutiquen, Clubs und Bars. Das auffällige Yuma Building war einst ein Bordell. Bei einer Razzia wurden hier vor gut 100 Jahren 138 Prostituierte verhaftet und vor die Wahl gestellt, sich einer christlichen Reformbewegung anzuschließen oder ihrem Job in Los Angeles nachzugehen. 136 entschieden sich für L.A. Der Balboa Park, etwas nördlich gelegen, ist die größte Grünanlage der Stadt. Darin verteilen sich 15 Museen zu Themen wie Auto, Naturkunde, Luftfahrt, Fotografie und Kunst. Dazu gibt es einen japanischen Teepavillon, einen Palmen-Canyon und einen Nachbau von Shakespeares Globe Theatre. Der San Diego Zoo, ebenfalls im Balboa Park, zählt seit Jahrzehnten zu den besten der Welt. Für Kinder ist San Diego ohnehin ein Traum.

Im Vergnügungspark Sea World bezaubern Delfine, Seelöwen und Pinguine. Wenn 5000 Zuschauer den Killerwalen im Shamu Stadium zujubeln, hält es wenige Kids auf den Sitzplätzen. Der größte Hit bei den Kleinen sind jedoch die Strände. Rob Monroe (45) ist PR-Manager im Scripps-Institut für Meeresforschung. Mit seinen beiden Kindern hat er „so gut wie jeden“ Strand in und um San Diego erforscht. Gefragt nach seinen Top 3 wiegt er lange den Kopf hin und her. Schließlich empfiehlt er folgende Orte: „Die Bucht Children’s Pool ist perfekt zum Beobachten von Seerobben. La Jolla Cove zieht Fotografen und Hobbymaler an. Am liebsten fahren wir zu den Coronado Beaches. Die sind breit und strahlend weiß.“ San Diego hat das angenehmste Klima der USA, selten kühl, meist um die 25 Grad, dazu 300 Sonnentage im Jahr, die höchste Lebensqualität und eine gesunde Wirtschaft. Kein Wunder, dass es die Schönen und Reichen hierher zieht, vor allem nach La Jolla („La Hoja“ gesprochen), Del Mar und auf die Halbinsel Coronado.

Eine einzigartige Sehenswürdigkeit ankert auf der anderen Seite

Das Hotel del Coronado („The Del“) war einst das größte Strandhotel der Welt, bis heute ist es das größte Holzgebäude der USA. Hier wurde 1959 der Filmklassiker „Manche mögen’s heiß“ mit Marilyn Monroe gedreht. Das Hotel hat ein eigenes Museum, die Führung ist sehenswert. Eine einzigartige Sehenswürdigkeit ankert auf der anderen Seite der Halbinsel: Der Flugzeugträger „USS Midway“ war von 1945 bis 1992 im Dienst der US Navy. Heute erkundet man das gigantische Museumsschiff über Hunderte enge Gänge und steile Treppen.

Es ist faszinierend, auf dem 310 Meter langen Flugdeck zu gehen, von der Brücke auf geparkte Kampfjets zu blicken und sich vorzustellen, wie diese schwimmende Stadt monatelang zur Heimat für über 4100 Mann Besatzung wurde - komplett mit Kirche, Krankenhaus und Fitnessstudio. Heute noch ist San Diego der größte Flottenstützpunkt an der US-Westküste. 50 000 Navy-Soldaten und -Mitarbeiter sind hier stationiert.

Infos zu San Diego

Anreise
Ab Stuttgart etwa mit der KLM (zweimal umsteigen, www.klm.com ) oder Delta ( http://de.delta.com/ ).

Unterkunft
Nahe am Strand in Mission Beach, toll für Kinder: Catamaran Resort Hotel, DZ ab ca. 130 Euro, www.catamaranresort.com .

Im coolen Gaslamp Quarter in einem alten Backsteinbau liegt das Horton Grand, ab ca. 120 Euro pro DZ, www.hortongrand.com.

Das Hotel del Coronado ist ein mondänes Strandhotel aus dem Jahr 1888, DZ ab 145 Euro, www.hoteldel.com.

Allgemeine Informationen
www.sandiego.org , Infopakete können beim Touristikdienst Truber, Schwarzwaldstr. 13, 63811 Stockstadt/Main, bestellt werden, www.visitcalifornia.de

Was man tun und lassen sollte
Auf jeden Fall sollten Sie in San Diego Trinkgeld geben. Empfehlenswert sind 15 bis 20 Prozent.

Auf keinen Fall sollten Sie nackt oder ohne Bikini-Oberteil baden oder sonnenbaden. Beides ist nicht erlaubt. Auch der Konsum von Alkohol auf Straßen und an den Stränden ist verboten.

So wird das Wetter für die Weltreise

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: