Angelique Kerber steht im Achtelfinale der US-Open. Foto: AFP/AL BELLO

Angelique Kerber entwickelt sich bei den US-Open zur Geheimfavoritin. In Runde 3 setzte sich die Deutsche Tennisspielerin gegen die ungesetzte US-Amerikanerin Ann Li sicher mit 6:3, 6:4 durch.

New York - Konzentriert, konsequent, kaltschnäuzig: Tennisstar Angelique Kerber ist ins Achtelfinale der US Open marschiert und entwickelt sich bei ihrem 50. Grand-Slam-Turnier immer stärker zur Geheimfavoritin. Die 32 Jahre alte Kielerin setzte sich in der 3. Runde gegen die zwölf Jahre jüngere, ungesetzte US-Amerikanerin Ann Li sicher mit 6:3, 6:4 durch und bleibt weiter ohne Satzverlust. Nach 1:16 Stunden Spielzeit nutzte die deutsche Nummer eins ihren ersten Matchball.

Die Auslosung lässt die Fans der besten deutschen Tennisspielerin frohlocken. Auch in der Runde der letzten 16 wird die dreimalige Majorsiegerin Favoritin sein. Kerber trifft auf die Französin Caroline Garcia oder die an Position 28 gesetzte US-Amerikanerin Jennifer Brady.

„Für die nächsten zwei, drei Runden hat es sich sehr geöffnet“, sagte Barbara Rittner, Head of Women’s Tennis im Deutschen Tennis Bund (DTB), schon vor dem Start der Partie bei Eurosport zu den Aussichten von Kerber.

Li, Weltranglisten-128., hatte in der zweiten Runde überraschend ihre an Nummer 13 gesetzte Landsfrau Alison Riske geschlagen. Da auch Topfavoritin Karolina Pliskova (Tschechien/Nr. 1) früh die Koffer packen musste, sind Kerbers Aussichten in der oberen Hälfte des Tableaus nun glänzend.

30 Grad im Schatten

Vor allem, weil Kerber griffig wirkt bei ihren ersten Auftritten seit den Australian Open. Sie ist fit, angriffslustig. Auch wenn die Turniersiegerin von 2016 in der Öffentlichkeit stets betont: „Ich schaue nicht zu weit nach vorne.“

Gegen Li legte Kerber, die in den Runden zuvor Alja Tomljanovic (Australien) und Anna-Lena Friedsam (Neuwied) ausgeschaltet hatte, enorm fokussiert los. Sie verwickelte die Amerikanerin in lange Ballwechsel und schaffte zum Auftakt sofort das Break. 

Die Rollen waren dann klar verteilt: Li machte enormen Druck von der Grundlinie und ging auf Winner. Kerber hielt mit ihrer starken Physis dagegen. Beim Stand von 3:2 wehrte sie Breakbälle gegen sich ab und wischte sich danach bei rund 30 Grad im Schatten erstmal den Schweiß von der Stirn. Nach 34 Minuten gelang ihr mit einem zweiten Break der Gewinn des ersten Satzes.

Li war noch lange nicht besiegt. Die hochtalentierte Nachwuchsathletin griff bei jeder Gelegenheit kompromisslos an, Kerber musste höchst wachsam bleiben. Die Körpersprache stimmte. Den Spielgewinn zum 2:1 feierte Kerber mit einem lauten „Komm jetzt“ und nahm der Außenseiterin anschließend den Aufschlag ab. Trainer Torben Beltz klatschte auf der Tribüne hochzufrieden Beifall.

Kerber schien das Geschehen nun zu kontrollieren, ließ sich dann aber doch breaken und Li witterte noch einmal ihre Chance. Kerber blieb ruhig, spielte ihre Erfahrung aus und kann in New York weiter für Furore sorgen.

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