Für US-Militäreinrichtungen in Europa herrscht die höchste Terror-Warnstufe seit Beginn des amerikanischen Angriffs auf Afghanistan 2001. Was die Warnungen ausgelöst hat, lesen Sie hier.
Konkrete Hinweise aus Israel und die von deutschen und anderen westlichen Sicherheitsbehörden derzeit generell als angespannt beurteilte Sicherheitslage haben zur Ausrufung der Terrorwarnstufe „Charlie“ durch die USA für ihre Militäreinrichtungen in Europa geführt. Nach Informationen unserer Zeitung aus Israel waren Erkenntnisse israelischer Fernmeldeaufklärung über mögliche Vorbereitungen eines Anschlags unmittelbarer Anlass für diesen Schritt.
Quellen im Landstreitkräfte-Hauptquartier der USA für Europa und Afrika (Usareur) in Wiesbaden verwiesen auf den Tod eines Bombenbauers in Frankreich vor wenigen Wochen. Die Untersuchungen dieses Falls hätten ebenfalls zur Neubewertung der Gefahrenlage beigetragen.
Die Terrorwarnstufe „Charlie“ ist die zweithöchste insgesamt. Auch unter dieser aktuellen Warnstufe bleiben die US-Einrichtungen geöffnet. Die Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen wurden aber deutlich verstärkt. Nicht zuletzt in Stuttgart, Standort der Oberkommandos der US-Streitkräfte für Afrika (Africom) und für Europa (Eucom), führten die Maßnahmen zu massiven Verkehrsbehinderungen. Die Polizei in Baden-Württemberg hat Hinweise auf eine „abstrakte Gefahrendimension“ und auf ein „erhöhtes nachrichtendienstliches Aufkommen“, nicht aber auf einen konkreten Sachverhalt.
Die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland und die am 26. Juli in Paris beginnenden Olympischen Spiele haben generell zu einer erheblichen Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen geführt. Beide Großereignisse spielen auch in der aktuellen Bewertung möglicher Gefahren durch amerikanische Sicherheitsbehörden eine zentrale Rolle.
Offiziell machte das Eucom keine näheren Angaben zu den Hintergründen der Terrorwarnung. Sprecher verwiesen nur auf die derzeit allgemein erhöhten Risiken und darauf, dass die Warnstufe für US-Militäreinrichtungen in ganz Europa gelte.