Autos wie dieser einzige noch erhaltene Buick Eight Special von 1949 werden am Wochenende beim US-Car-Meeting erwartet. Foto: Norbert J. Leven

Beim achten US-Car-Meeting soll ein neues Veranstaltungskonzept ein weiteres Chaos im Leinfelden-Echterdinger Stadtteil Unteraichen vermeiden.

Leinfelden-Echterdingen - Chromblitzende, zumeist hubraumstarke Autos aus Amerika steuern einmal im Sommer zu Hunderten den Schwabengarten in Leinfelden an. Für die an diesem Wochenende, 25. und 26. Juli, geplante achte Auflage des Treffens hat Ralf Schuck, einer der Geschäftsführer des Biergartens, zusammen mit der Stadt und anderen Kooperationspartnern das Konzept des US-Car-Treffens gründlich überarbeitet.

Dafür gebe es, wie Schuck erklärt, mehrere Gründe. Einer davon ist, dass sich bei Anwohnern in Unteraichen vor allem nach der Veranstaltung im vergangenen Jahr ziemlich viel Ärger aufgestaut hatte. Das Stadtviertel war im Parksuchverkehr Tausender Besucher nahezu erstickt. Garageneinfahrten waren blockiert, und gleichzeitig drehten zahlreiche Teilnehmer mit auffälligen Autos ihre Runden durch die Stadt.

Veranstalter verspricht mehr Ordnung

„Das ist nicht mehr auszuhalten“, beschwert sich die Anwohnerin Ingeborg Reimold telefonisch bei unserer Zeitung über die Neuauflage der Autoschau. Sie rechnet erneut mit „viel Krach durch aufheulende Motoren“. Dabei habe man doch das ganze Jahr über schon genug Verkehrslärm am Rössle-Eck auszuhalten. Die Seniorin würde nichts vermissen, wenn die amerikanischen Schlitten ganz wegblieben aus Unteraichen. Aus ihrer Warte erscheint die Messe für eine solche Fahrzeugschau wesentlich geeigneter als die Streuobstwiesen am Ruiter Weg.

Diesen Wunsch wird Ralf Schuck der Anwohnerin nicht erfüllen. Er hält an der Veranstaltung fest, verspricht aber mehr Ordnung. Gemeinsam mit dem Verein Unteraicher Bürger und der Stadt habe man sich auf ein Verkehrskonzept geeinigt, das fürderhin ein Chaos in Unteraichen verhindern soll. Dazu gehören unter anderem zwei Straßensperrungen im unmittelbaren Umfeld des Veranstaltungsorts: die Bahnhofstraße ist zwischen der Zufahrt zur Tiefgarage Filderhalle und dem Kreisverkehr von Samstagmittag bis Sonntagabend gesperrt, ebenso die Stuttgarter Straße auf dem 180 Meter langen Abschnitt zwischen dem Kreisel und der Schulstraße. Diese Fläche gehört dann zum Veranstaltungsbereich. Direkt am Schwabengarten sowie auf einem Parkplatz an der Max-Lang-Straße erwarten die Veranstalter am Wochenende bis zu 1000 Autos amerikanischer Herkunft. Die Verbindung zur Max-Lang-Straße (und zu den Besucherparkplätzen im Gewerbegebiet) erfolgt über einen von der SSB extra freigegebenen direkten Gleisübergang zum Biergarten.

Besucher müssen Eintritt zahlen

Erstmals wird der Veranstaltungsbereich eingezäunt. Das soll die Abläufe ordnen, ein Wildbienenbiotop vor dem Zertrampeln schützen und nicht zuletzt den Zutritt kanalisieren. Erstmals verlangen die Veranstalter Eintritt. „Das Meeting hat mittlerweile eine Größe erreicht, die ohne bezahlte Kräfte nicht mehr zu bewerkstelligen ist“, sagt Schuck. Den Organisationsaufwand schätzt der Gastronom auf etwa 30 000 Euro. Er stützt sich dabei auf den Vorjahreswert. Ein solcher Betrag lasse sich – „auch wenn es super läuft“ – im Biergarten durch die Veranstaltung nicht erlösen. Wer ein Fahrzeug zur Schau stellt, muss dafür jedoch nichts bezahlen.

Aus dem Eintritt der erwarteten 6000 bis 8000 Besucher sollen laut Schuck nicht nur Kosten für Ordner und Sanitäter bestritten werden. Für die Besucher werde das Programm erweitert – unter anderem mit einer zweiten Bühne und zwei Bands. Froh ist der Veranstalter über die Kooperation mit dem Stadtmarketing, das vor allem bei der Koordination der behördlichen Genehmigungen helfe. Den Aufwand der Stadt beziffert Stadtmarketingchef Klaus Peter Wagner inklusive Bauhofleistungen auf 3000 Euro. Diese Summe sei „angesichts der Chance, sich national und international zu präsentieren“ angemessen.

Auftakt am Neuen Markt

Eine weitere Neuerung betrifft den Neuen Markt in Leinfelden. Dort beginnt, unterstützt vom Verbund Leinfelder Geschäfte, um 11 Uhr erstmals ein US-Car-Frühschoppen. Besucher werden vom Theater unter den Kuppeln, einer Country-Band, einem Elvis-Imitator und bei einer Modenschau unterhalten, ehe gegen 14 Uhr ein Konvoi von Fahrzeugen zum offiziellen Auftakt im Schwabengarten aufbricht.

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