US-Bundesstaat Virginia Ein Münzwurf muss die Wahl entscheiden

Von Knut Krohn 

Die Demokratin Shelly Simonds wähnte sich schon als Siegerin in Virginia bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus. Doch nun muss ein Münzwurf über den Sieg entscheiden. Foto: dpa
Die Demokratin Shelly Simonds wähnte sich schon als Siegerin in Virginia bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus. Doch nun muss ein Münzwurf über den Sieg entscheiden. Foto: dpa

Mit einer Stimme lag die Demokratin Shelly Simonds bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus im US-Bundesstaat Virginia vor ihrem republikanischen Konkurrenten. Doch dann wurde noch einmal ausgezählt.

Richmond - Jetzt muss Fortuna entscheiden. Der Sieger bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus im US-Bundesstaat Virginia muss per Münzwurf festgelegt werden. Nachdem die Demokratin Shelly Simonds im 94. Wahlbezirk zunächst mit einer einzigen Stimme Mehrheit zur Siegerin über ihren republikanischen Rivalen David Yancey erklärt worden war, korrigierte ein Gericht am Mittwoch das Ergebnis. Die drei Richter entschieden, dass beide Kandidaten auf je 11 608 Stimmen kommen. Der Sieger der Wahl muss nun per Losverfahren, voraussichtlich durch einen Münzwurf, bestimmt werden.

Die Wahl wurde auch in den sozialen Medien kommentiert.

Berichten zufolge hatte ein Wähler auf seinem Wahlschein die Kreise sowohl für Yancey als auch für Simonds ausgefüllt, durch den Kreis für Simonds aber einen Strich gemacht. Er wollte so klarmachen, für wen er eigentlich stimmen wollte. Das hat nicht ganz geklappt: In der Nachzählung, bei der die Demokratin gewonnen hatte, war diese eine Stimme zunächst nicht gezählt worden. Die Richter entschieden nun anders und sprachen sie dem Republikaner zu. Sie schlossen sich damit Berichten zufolge der Argumentation seiner Anwälte an.

Unklare Angaben auf einem Wahlzettel

In den sozialen Medien wird der Fall ausgiebig diskutiert. Ein Twitter-Nutzer erklärt, dass er nicht wisse, wie die Regeln in Virginia sind, aber im US-Bundesstaat Ohio zähle ein Wahlzettel mit missverständlichen Aussagen nicht.

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Doch nicht alle US-Amerikaner wollen sich offensichtlich damit abfinden, dass eine Wahl durch das Losglück entschieden wird. Ein Twitter-Nutzer namens David Zaleski bietet an, auf eigenen Kosten nach Virginia zu fliegen, um bei einer erneuten Auszählung der 23 000 Stimmen zu helfen.

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Bei der Wahl steht einiges auf dem Spiel: Sollten die Demokraten gewinnen, würden sie den Republikanern erstmals seit 17 Jahren die Mehrheit im Abgeordnetenhaus von Virginia entreißen. Beide Parteien kämen dann auf je 50 Sitze in dem Parlament.

Es geht um die Mehrheit im Abgeordnetenhaus

Nach der Wahl am 7. November hatte es zunächst nach einem knappen Sieg der Republikaner ausgesehen: Nach der ersten Auszählung lag die Partei von US-Präsident Donald Trump mit 51 zu 49 Sitzen vorne. Yancey hatte im 94. Wahlbezirk einen hauchdünnen Vorsprung von zehn Stimmen gegenüber der Demokratin Simonds. Nach einer erneuten Auszählung wurden der Herausforderin jedoch elf Stimmen zugeschlagen, womit sie denkbar knapp vor Yancey lag. Die drei Richter revidierten das Ergebnis schließlich nochmals und stellten ein Patt zwischen beiden Kandidaten fest.

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