Der neue US-Botschafter Richard Grenell wurde erst vor Kurzem vereidigt. Foto: AP

Der neue US-Botschafter möchte konservative Kräfte in Europa stärken – und übt Kritik an Deutschland. Das Auswärtige Amt hat nach dem Interview mit der konservativen Plattform Breitbart Gesprächsbedarf.

Berlin - Nach dem Interview des neuen US-Botschafters in Deutschland, Richard Grenell, mit dem ultrarechten Internetportal „Breitbart“ hat das Auswärtige Amt Erklärungen von der US-Regierung gefordert. „Wir haben die US-Seite um Aufklärung gebeten, ob die Äußerungen tatsächlich in der Form so gefallen sind, wie sie wiedergegeben wurden“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Montag in Berlin. Beim Antrittsbesuch Grenells am Mittwoch bei Staatssekretär Andreas Michaelis werde „sicherlich Gelegenheit sein zu erörtern, wie er seine Äußerungen gerne eingeordnet wissen möchte“, sagte der Ministeriumssprecher weiter.

US-Botschafter will Konservative stärken

Das Auswärtige Amt habe „auch spätere Äußerungen Grenells zur Kenntnis genommen, dass er nicht so verstanden werden möchte, wie er von einigen verstanden wurde“. Grenell hatte in einem am Sonntag veröffentlichten Gespräch mit dem ultrarechten Internetportal „Breitbart“ in London gesagt: „Ich möchte andere Konservative in Europa, andere Anführer, unbedingt stärken.“ Nach seiner Wahrnehmung seien Konservative im Aufwind angesichts der „gescheiterten Politik“ der Linken. Es gebe „eine Menge Arbeit“. Eine erfolgversprechende Strategie sei es, konservative Themen in den Mittelpunkt zu rücken, die das Leben der einfachen arbeitenden Menschen verbesserten.

„Die „Unterstützung ist massiv“

Grenell sprach in diesem Zusammenhang von der „schweigenden Mehrheit“. Die „Unterstützung ist massiv“ für Kandidaten, die sich „konsistent konservativ“ zu Themen wie Migration, Steuern und Bürokratie äußern könnten. In dem „Breitbart“-Interview lobte Grenell zudem Österreichs konservativen Bundeskanzler Sebastian Kurz. Er empfinde „großen Respekt und Bewunderung“ für Kurz, dessen ÖVP in Wien mit der rechtspopulistischen FPÖ regiert. Er halte Kurz für einen „Rockstar“. „Ich bin ein großer Fan.“

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