Zum Unverständnis der VfB-Spieler entscheidet Schiedsrichter Stegemann in der Nachspielzeit auf Handelfmeter für Wehen Wiesbaden. Foto: Baumann

Nicht erst seit dem Witz-Elfmeter von Wiesbaden haben der DFB und seine Videoschiedsrichter ein Glaubwürdigkeitsproblem. Höchste Zeit, den VAR noch einmal zu überdenken, findet Sportredakteur Gregor Preiß.

Stuttgart - Noch immer vergeht kein Spieltag in der Fußball-Bundesliga ohne Diskussionen über den Videoschiedsrichter. Fast drei Jahren nach dessen Einführung ein Armutszeugnis. Für den deutschen Fußball, die Schiedsrichter, den DFB – und den VAR selbst.

 

Das vermeintliche Wunderwerk der Technik hat den Fußball nicht besser und schon gar nicht gerechter gemacht. Dann wäre der VfB Stuttgart in Wiesbaden nicht durch ein aberwitziges Elfmetertor in der Nachspielzeit aus dem Kölner Keller heraus bestraft und um einen Punkt gebracht worden. Und der Fall ist nur einer von vielen.

Fast drei Jahre VAR – ein Armutszeugnis

Nicht erst seit dieser Panne kämpft der DFB mit einem Glaubwürdigkeitsproblem. Das am Montag gefällte Urteil zum Einspruch des VfB verstärkt diesen Eindruck zusätzlich. Der durch die TV-Mikrofone als hilflos überführte Feld-Schiedsrichter Stegemann („Ich kann nichts erkennen“) will vor dem DFB-Sportgericht nun doch ein Handspiel mit eigenen Augen gesehen haben. Die einzige Legitimation, um den Einspruch wegen eines Regelverstoßes abschmettern zu können und am Ende fein raus zu sein. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. So bleibt es bei einer falschen Tatsachenentscheidung. Pech gehabt, VfB.

Lesen Sie hier: Das steckte hinter dem Einspruch des VfB

Durch Corona hat gewiss auch der DFB im Moment andere Sorgen als den VAR. In nicht allzu ferner Zukunft sollten die Granden aus dem Verband das Thema Spielleitung aber noch einmal auf den Prüfstand stellen, und zwar gründlich. Denn das große Versprechen wurde auch nach drei Jahren noch nicht eingelöst: Dass der Fußball gerechter wird.