Der Angeklagte ist zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Foto: dpa/Britta Pedersen

Ein 25-Jähriger muss wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern ins Gefängnis. Der Mann war bereits einschlägig vorbestraft.

Stuttgart/Fellbach - Sie haben seine sexuelle Unsicherheit ausgenutzt. Er war damals wie ein Blatt im Wind“, sagte die Vorsitzende Richterin im Landgericht Stuttgart. Drei Jahre und zwei Monate muss Gabriel F. (Name geändert) wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern ins Gefängnis. Der heute 25-Jährige hatte bereits gestanden, dass er im Juni 2019 einen damals 13-jährigen Jungen aus Oeffingen in einem Online-Forum für Homosexuelle anschrieben hatte. Obwohl er wusste, dass er es mit einem Minderjährigen zu tun hatte, holte Gabriel F., der sich zunächst als 19-Jähriger ausgab, den Jungen zweimal in seine Stuttgarter Wohnung. Dort kam es jeweils zum gegenseitigen Oralverkehr und weiteren sexuellen Handlungen, ohne das Geschlechtsverkehr vollzogen wurde.

Das Gericht wählt ein eher mildes Strafmaß

Der Anwalt von Gabriel F. hatte für einen minderschweren Fall plädiert und an das Gericht appelliert, die Strafe zur Bewährung auszusetzen. Sein Mandant habe den 13-Jährigen nicht aggressiv zu etwas gedrängt, was der nicht wollte. Das Gericht kam dem nicht nach. Innerhalb des Strafrahmens, der sich zwischen zwei und 15 Jahren bewegt, wählte das Gericht mit drei Jahren und zwei Monaten aber ein eher mildes Strafmaß. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten gefordert. Zugunsten des Angeklagten sprach laut Urteilsverkündung, dass er ein Geständnis ablegte und sich bei seinem Opfer entschuldigte. Außerdem habe er nicht den Willen des 13-Jährigen gebrochen. Gegen Gabriel F. sprach, dass er bereits wegen ähnlicher Taten vorbestraft ist. Wegen Besitz und Verbreitung kinderpornografischen Materials wurde er 2018 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

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