Nach Stuttgart ist der Kreis Esslingen in der Region am beliebtesten bei Touristen. Auf der CMT zeigen einige Kommunen, was es im Jahr 2026 im Kreis zu erleben gibt.
Es strömten Tausende Besucher am Eröffnungstag auf die Urlaubsmesse CMT – nach Angaben der Veranstalter die größte ihrer Art weltweit – , um sich die technischen Neuheiten bei Campern anzuschauen und um sich zu erkundigen, welche Flecken auf der Welt besonders entdeckenswert sind. Der Kreis Esslingen durfte da natürlich nicht fehlen, denn laut Landrat Marcel Musolf ist der in der Region direkt nach Stuttgart das beliebteste Ziel für Touristen.
Knapp 570 000 Ankünfte und 1,11 Millionen Übernachtungen seien zwischen Januar und September des vergangenen Jahres verzeichnet worden. Zwar sei das ein kleiner Rückgang gegenüber dem „Rekordjahr 2024“, aber dies lässt sich laut Musolf damit erklären, dass vor zwei Jahren die Fußball Weltmeisterschaft ausgetragen wurde sowie zahlreiche Messen stattgefunden haben.
Wer kommt in den Kreis Esslingen?
Ein Fokus des Landkreises liege auf dem Geschäftstourismus. Laut Musolf sind 70 Prozent der Übernachtungen in der Region von geschäftlicher Natur. Deswegen sei dies eine Zielgruppe, für die attraktive Angebote geschaffen werden solle. „Wie können wir ein Programm für die Menschen gestalten, die für Meetings in die Region kommen?“, so formuliert der Landrat die Leitfrage. Das Ziel sei natürlich, die Geschäftsreisenden davon zu überzeugen, privat und geschäftlich wiederzukommen. „Nachhaltigkeit und Qualität“, seien die beiden wichtigsten Kriterien bei der Weiterentwicklung der hiesigen Tourismuskonzepte.
Fokus liegt auf der Schwäbischen Alb
Ein „neues Highlight im Kreis“, wie Musolf sagt, ist das Heidengrabenzentrum in Erkenbrechtsweiler. Dort dreht sich alles um die Kelten. Neben dem Museum gibt es beispielsweise auch den Kelten-Erlebnis-Pfad und den 18 Meter hohen Heidengrabenturm, von dem aus man das frühere Siedlungsgebiet überblicken kann. Allgemein liege ein Fokus klar auf der Schwäbischen Alb mit seinen Rad-und Wanderwegen, dem Naturschutzzentrum Schopflocher Alb oder den „Hochgehbergen“. Dies ist ein gemeinsames Projekt von den Landkreisen Esslingen und Reutlingen sowie von „Mythos Schwäbische Alb“ und dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Darin werden 22 sogenannte Premiumwanderwege zusammengefasst, die vom Deutschen Wanderinstitut beziehungsweise dem Deutschen Wanderverband ausgezeichnet wurden.
Beuren, der einzige Kurort im Kreis
Kräftig die Werbetrommel rührte auf der CMT auch Bürgermeister Daniel Gluiber für seine Gemeinde Beuren. Immerhin sei es „der einzige Kurort im Kreis Esslingen“, wie er betont. Tatsächlich hat die Gemeinde am Albtrauf touristisch viel zu bieten: Ganz oben beim Thema Naherholung steht natürlich die Panoramatherme mit Blick auf die Burg Hohenneuffen. Das Internetportal Praxistipp.com hat die Einrichtung sogar auf Platz 3 der beliebtesten Thermen Deutschlands gewählt. Die zweite große Sehenswürdigkeit ist das Freilichtmuseum, in dem man hautnah erleben kann, wie die Menschen in der Vergangenheit gelebt und gearbeitet haben. Erst im vergangenen Jahr wurde dort eine „neue Spielfläche“ für Kinder eingeweiht. Das Wort Spielplatz ist laut Musolf nicht passend ob der Größe der Anlage. Derzeit ist zwar Winterpause, aber am 29. März beginnt die neue Saison. Ein Highlight dürften in diesem Jahr sicher die Schäfertage werden am 16. und 17. Mai, wie die Museumschefin Petra Neumann auf der CMT verrät. Auch das Oldtimertreffen mit etwa 1500 Fahrzeugen am 15. und 16. August sei immer sehr gut besucht. Dazu passend hat Beuren den inzwischen größten Wohnmobilstellplatz der Schwäbischen Alb, wie Bürgermeister Gluiber sagt.
Esslingen feiert Kessler Jubiläum
Für Touristen die wohl beliebteste Esslinger Veranstaltung liegt noch gar nicht weit zurück. Aber trotz der Baustelle auf dem Marktplatz soll auch in diesem Jahr wieder der Mittelalter- und Weihnachtsmarkt stattfinden – Beginn ist am 24. November. Daneben gibt es natürlich noch massenweise andere Veranstaltungen in diesem Jahr wie Kino oder Open-Air auf der Burg, die Literaturtage Lesart, das Straßenkunstfestival oder das Schwörfest. Natürlich wird auf der CMT auch darauf hingewiesen, dass abseits von Festen Esslingen eine wunderschöne Altstadt besitzt, umrahmt von Weinbergen und der Burg. Auch Attraktionen wie der Tierpark Nymphaea locken das ganze Jahr über Besucher in die Stadt. Ein Jahr vor dem großen Stadtjubiläum 2027 gibt es auch schon etwas zu feiern: Kessler feiert 200-jähriges Bestehen und die Wengerter von Teamwerk zelebrieren 125 Jahre.
Nürtingen bekommt ein Naturhotel
Nürtingens OB Johannes Fridrich ließ es sich nicht entgehen, seine Stadt selbst anzupreisen. Neben dem Stadtbalkon – einer Fußgängerzone direkt am Neckar mit großem gastronomischem Angebot – soll in diesem Jahr auch das gesamte Neckarufer in den Fokus der Menschen gerückt werden. Für die Ankündigung eines der touristischen Highlights 2026 übergab Fridrich das Wort an Christer Belser, der in diesem Jahr sein Naturhotel direkt am Neckarufer eröffnet: „Am 15. April wollen wir die ersten Gäste begrüßen“, sagt Belser. Nachhaltigkeit spiele dort eine große Rolle. Es werde Wert auf regionale Küche gelegt und das Hotel sei ein Null-Energie-Haus.
Filderstadt punktet mit dem Fildorado
Der wohl beliebteste Anlaufpunkt für Tagestouristen ist in Filderstadt unumstößlich das Fildorado mit seinem Erlebnisbad und dem umfangreichen Wellness- und Saunaangebot. Auf der CMT wird aber auch darauf hingewiesen, dass Filderstadt mehr zu bieten hat. Rad- und Wanderwege über die Filderebene sollen die Besucher davon überzeugen, sich einmal näher mit der Stadt zu befassen. Leinfelden-Echterdingen verzichtete in diesem Jahr aus Kostengründen auf eine CMT-Teilnahme. Auch in Filderstadt steht der Messeauftritt auf dem Prüfstand.