Das bei Surfern und Radfahrern gleichermaßen beliebte Torbole ist Dreh- und Angelpunkt unserer E-Bike-Touren am Gardasee. Foto: Shutterstock/mRGB

Sehnsuchtsvoll in den Reise-Erinnerungen gekramt und jenen schönen Urlaub mit dem E-Bike am Gardasee ans Sonnenlicht befördert. Wenn Corona auch zum Daheimbleiben zwingt - das Reisen im Kopf unterliegt keinem Lockdown.

Es hat etwas für sich, ein Reisetagebuch zu schreiben. Damit lässt sich wunderbar in schönen Erlebnissen schwelgen. Der ersten Reise mit dem nagelneuen E-Bike in Italien etwa.

1. Tag: Viva Italia!

Unsere Reise beginnt mit einem einzigartigen Panoramablick über den glitzernden Gardasee. Nur fünf Gehminuten von der Altstadt von Torbole und dem Seeufer entfernt liegt unser Domizil für die nächsten unbeschwerten Tage. Nach einem riesigen Teller Spaghetti, genossen zu einem guten Glas Rotwein, schlummern wir selig dem nächsten Morgen entgegen.

2. Tag: Am lieblichen Sarca-Fluss

Kaum aus den Federn, sitzen wir zum ersten Mal auf einem E-Bike und radeln am Gardasee entlang. Körperliche Anstrengung einteilbar je nach Eco- oder Turbo-Modus. Die Stimmung in unserer Gruppe ist ausgelassen, die Sonne lacht vom blauen Himmel. Bald fahren wir entlang des Sarca-Flusses durch Weinberge und Olivenhaine. Vorbei an der Burg und den Kletterfelsen von Arco geht es ganz gemütlich durch die Mondlandschaft der Marocche bis ins Weingebiet Vino Santo. Die alten Tore eines Weinkellers stehen offen, die Tische sind gedeckt mit regionalen Spezialitäten und Weinen. Was für ein Genuss! Gestärkt und ausgeruht radeln wir am Cavedine-See entlang zurück zur Ferienwohnung. Immerhin 45 Kilometer haben wir heute erstrampelt.

3. Tag: Im Wein liegt die Wahrheit!

Nach einem ausgedehnten Frühstück in der Morgensonne auf der Terrasse unserer Bleibe führt unsere heutige Rad-Etappe gen Norden. Über den Passo San Giovanni erreichen wir das üppige Biotop des Loppio-Sees, der sich heute nur noch selten mit Wasser füllt. Auf der Weinroute nach Isera machen wir Rast an einem der vielen Weingüter. Vorüber am urigen Städtchen Rovereto erreichen wir Volano und das beeindruckende Castel Pietra aus dem 12. Jahrhundert. Das Panorama beim Imbiss auf der stolzen Burg – unbezahlbar! Gut gestärkt radeln wir zurück in unser Ferienzuhause. Gefahrene Kilometer: 60.

4. Tag: Über den Gardasee nach Malcesine

Auf der Fährfahrt über den tiefblauen Gardasee nach Malcesine lege ich den Kopf in den Nacken und genieße die Frühlingssonne. Schon von Weitem ist die turmhohe Scaliger-Burg zu sehen, die über pastellfarbenen Herrenhäusern thront. Hier steigen wir auf die Räder und radeln am Hang des Monte Baldo durch Olivenhaine, immer mit Blick auf den See. Die Strecke führt uns weiter ins Val di Sogno, das Traumtal, das seinem Namen alle Ehre macht. Die letzte Rad-Etappe über ungefähr 35 Kilometer führt uns am See entlang zurück nach Malcesine. Hier bummeln wir durch die Altstadt und essen eine leckere Pizza – frisch aus dem Ofen. Mit dem Schiff fahren wir zurück nach Torbole.

5. Tag: Mittelalter wie aus dem Bilderbuch

Es ist unser letzter Tag auf dem Rad. Jetzt bloß nicht sentimental werden. Auf dem Uferweg fahren wir nach Riva. Von hier aus radeln wir bergauf in Richtung Tenno-See. Nach einer Cappuccino-Pause erreichen wir über versteckte Nebenstraßen das malerische Dorf Canale di Tenno mit seinen engen Kopfsteingassen, Bogengängen und lauschigen Innenhöfen. In einer kleinen Trattoria genießen wir Trentiner Köstlichkeiten. Gestärkt und voller Elan radeln wir durch die alten Gassen, die immer wieder Traumpanoramen auf den blauen Gardasee eröffnen. Einfach herrlich! Über Tenno und Frapporta radeln wir bergab nach Riva. Die Belohnung nach 40 Kilometern im Sattel haben wir uns redlich verdient – ein italienisches Eis in einer berühmten Gelateria. Danach geht es zurück auf die Terrasse der Ferienwohnung.

6. Tag: Ciao Bella!

Schweren Herzens sage ich dem Gardasee "Ciao". Ich komme wieder. Versprochen.

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