Viele Deutsche würden lieber heute als morgen mal wieder weg fahren. Wir haben uns daher die beliebtesten Sonnenziele angeschaut und sagen, wie die Wahrscheinlichkeit für einen unbeschwerten Urlaub ist.
Stuttgart - Sommerurlaub, Sonne, Strand und Meer – das wünschen sich in diesen Tagen viele. Doch wann wir wieder guten Gewissens und ohne Angst vor einem Virus ins Ausland fliegen dürfen, kann derzeit niemand sagen. Wir haben uns daher die beliebtesten Sonnenziele angeschaut und sagen, wie die Wahrscheinlichkeit für einen unbeschwerten Urlaub ist.
Mallorca/Spanien
Die Balearen-Insel landet seit Jahren immer wieder auf dem vordersten Platz der Ferien-Top-10. Bis August sollen etwa 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein, auch jetzt ist das Gesundheitswesen nicht überlastet. Aber: Für eine Wiederaufnahme des Hotelbetriebs werden Saisonkräfte benötigt. Wie das funktionieren soll, lässt sich nicht einschätzen. Zudem steckt Mallorca wie auch die anderen Balearen-Inseln in einem nie dagewesenen wirtschaftlichen Einbruch. Ob sich die Situation bis zum Sommer erholt? Wir schätzen die Chance auf einen Sommerurlaub auf der Lieblingsinsel der Deutschen auf 7 von 10 Punkten (zusammengesetzt aus Faktoren wie Infrastruktur, aktuelle Corona-Lage, Impf-Situation etc.).
Antalya/Türkei
Mit leichtem Abstand zu Mallorca folgt Antalya auf Rang 2 der Top-Sommerziele. Längst hat sich gerade die Region um die Metropole an der türkischen Riviera zu einem echten Urlaubermagneten entwickelt. Vor allem in Kleinbussen werden die Reisenden auf die Hotels entlang der Küste verteilt. Und damit beginnen die Probleme, denn bei mehr Flügen von und nach Antalya werden die Besucher wieder eng an eng transportiert werden müssen.
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Die zahlreichen derzeit geschlossenen Hotels müssen zudem erst wieder hochgefahren werden. Zudem dürfte die Türkei in Sachen Impfungen hinterherhinken, denn bislang sind 50 Millionen Impfdosen aus China bestellt und zum Teil auch geliefert worden, ein eigener Impfstoff wird frühestens im Sommer bereit stehen. Und dann ist da noch die Frage, wie seriös die von Ankara herausgegebenen Zahlen zur Corona-Lage wirklich sind? 5 von 10 Punkten.
Hurghada/Ägypten
Was für Antalya gilt, trifft auf die Region am Roten Meer erst recht zu. Die Menschen leben spätestens seit dem Ägypten-Comeback 2018 überwiegend vom Tourismus und sind darauf angewiesen, dass große Mengen von Besuchern auf die Hotels verteilt werden. Restaurants, Tauchschulen, Geschäfte und viele andere mehr profitieren mittelbar von europäischen Gästen. Zwar könnten die hohen Temperaturen ab dem Frühling jedem Virus den Garaus machen. Dennoch steht Ägypten insgesamt seit Mitte Juni des vergangenen Jahres auf der Risikogebiet-Liste des Robert-Koch-Instituts. Die Zahl der Neuinfektionen ist jedoch schon jetzt für ein 100-Millionen-Einwohner-Land überschaubar. Ägypten impft seit Mitte Dezember mit chinesischem Impfstoff. 8 von 10 Punkten.
Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, Lanzarote/Spanien
Diese Kanaren-Inseln finden sich auf den Plätzen 4, 5, 7 und 10 der Top-10 der vergangenen zehn Jahre. Die Inselparadiese haben zu Beginn der Corona-Krise lange davon profitiert, dass die Infektionszahlen niedrig waren. Falls Flugreise, dann auf die kanarischen Inseln, lautete das Credo vieler Urlauber im vergangenen Frühsommer. Mittlerweile hat sich das Bild eingetrübt. Lediglich Teneriffa steht zurzeit mit einer niedrigen Sieben-Tages-Inzidenz gut da. Besonders negativ zeigt sich momentan Lanzarote. Die Impfstrategie ähnelt der in Deutschland, auch der zeitliche Ablauf entspricht etwa dem in der Bundesrepublik. 9 von 10 Punkten.
Kreta, Rhodos/Griechenland
Auf den Plätzen 6 und 8 der beliebtesten Reiseziele finden sich Kreta und Rhodos. Für den Reiseveranstalter Tui ist Griechenland insgesamt 2021 der Hoffnungsträger neben Spanien. Nach einem langen harten Lockdown gehen die Infiziertenzahlen mittlerweile deutlich zurück.
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Die Griechen haben sich erkennbar Mühe gegeben, das Virus durch scharfe Hygienemaßnahmen, Maskenpflicht im öffentlichen Raum und Geschäftsschließungen in Schach zu halten. Zudem wird geimpft – allerdings liegt die Zahl der Impfdosen fürs erste Quartal des Jahres bei gerade 800 000. Für Unruhe sorgen bei Reiseinteressenten Aussagen des griechischen Premiers Kyriakos Mitsotakis, der für freies Reisen einen Impfnachweis fordert. 6 von 10 Punkten.
Faro/Portugal
Die Iberer stöhnen derzeit unter enormen Corona-Fallzahlen; dabei wird relativ wenig getestet. Das Land befindet sich im Lockdown, dessen Auflagen denen in Deutschland ähneln. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist dabei der Trend zu mehr Infizierten noch nicht gebrochen. Ein Grund neben mangelndem Abstand vor allem in der Hauptstadt Lissabon könnte in den recht niedrigen Temperaturen bei feuchtem Wetter liegen – Konditionen, bei denen sich das Virus wohl zu fühlen scheint. Alles in allem zeigt sich Portugal im Kampf gegen Covid-19 gut gewappnet, mehr als 22 Millionen Impfdosen hat die Regierung gekauft. Spätestens im Frühling dürfte sich die Lage zudem beruhigen, so dass Urlaub in der Region Faro dann wieder möglich sein sollte. 8 von 10 Punkten.
Zuhause wartet die Quarantäne
Unterm Strich also stehen die Aussichten für einen Sommerurlaub in südlichen Gefilden nicht schlecht. Bleibt die Frage, wie das Robert-Koch-Institut die Regionen dann einstuft. Wer nach zwei herrlichen Wochen am Strand zu Hause zwei Wochen in heimische Quarantäne muss, dem wird die Urlaubslaune schnell vergehen.