Unwetter zieht über Stuttgart Viele Einsätze und ein Schwerverletzer durch Sturmtief

Von bra/fal 

Das Sturmtief „Fabienne“, das am Sonntagabend auch über Stuttgart und die Region fegte, hat vergleichsweise geringe Schäden angerichtet. Polizei und Feuerwehr waren dennoch im Dauereinsatz. Im Landkreis Ludwigsburg wurde ein Mensch bei einem Unfall schwer verletzt.

Stuttgart - Das Sturmtief „Fabienne“ ist am Abend auch über die Landeshauptstadt und die Region hinweggezogen. Starke Windböen mit Orkanstärke bis zu 110 Stundenkilometern mit Gewittern sorgten für zahlreiche umgestürzte Bäume, Verkehrsschilder und Bauzäune wurden umgeblasen, Äste knickten ab. Auf überfluteten Straßen kam es außerdem zu mehreren Auffahrunfällen. Im Landkreis Ludwigsburg wurde ein Mensch bei einem unwetterbedingten Unfall schwer verletzt. Einen vollständigen Überblick gab es am späteren Sonntagabend aber noch nicht.

Allein in Stuttgart rückten Polizei und Feuerwehr bis zum späten Abend rund 70 Mal zu Einsätzen aus, in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen waren es 60 Einsätze, im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen, zu dem auch der Landkreis Esslingen gehört, mehr als 100.

Zwischen Affalterbach und Wolfsölden (Kreis Ludwigsburg) wurde ein Rollerfahrer von einer Böe erfasst und gegen ein Auto gedrückt – er wurde schwer verletzt. In einem Lokal in Tübingen schlug ein Windstoß eine Tür zu und ließ eine Scheibe zersplittern; mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Auf einer Landesstraße zwischen Odenheim und Kraichtal (Landkreis Karlsruhe) prallte ein Baum gegen ein fahrendes Auto mit vier Insassen, diese blieben aber unverletzt. In Leinfelden-Echterdingen drohte am Abend eine Mauer umzustürzen. Auch der Polizeisprecher aus Waiblingen sprach von „massiven Störungen“, aber es sei zum Glück nichts ganz Dramatisches dabei. Ein Sprecher des Lagezentrums in Stuttgart sagte, dass viele Bäume umgestürzt seien, teilweise wurden dabei auch Autos beschädigt. Auch seien zahlreiche Straßen gesperrt worden; so war der Tunnel bei Neckartailfingen (Kreis Esslingen) überflutet. Aber es habe wohl schon heftigere Unwetter als „Fabienne“ gegeben, so der Sprecher.

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Auch Bahnverkehr war beeinträchtigt

Auch der Bahnverkehr war beeinträchtigt; im Nordwesten des Landes bei Mannheim und Heidelberg waren Strecken durch umgestürzte Bäume zeitweise gesperrt.

Am frühen Abend wurde auf dem Bodensee der Katamarane-Verkehr eingestellt. Die Schiffe verbinden die Städte Konstanz und Friedrichshafen.

Im Herbst sind Stürme nichts Ungewöhnliches. Das liegt daran, dass sich warme Luft aus dem Süden und kalte Luft aus dem Norden treffen und vermischen. Laut dem Deutschen Wetterdienst können sich dabei aber auch sogenannte Schnellläufer bilden. Dabei handelt es sich um kleinräumige, aber intensive Randtiefs an der Südflanke des Tiefdruckkomplexes. Um ein solches Randtief handelte es sich auch beim Unwetter Fabienne am Sonntag.

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