Unwetter mit Starkregen 250 Ferkel entkommen dem Tod

Von Henning Maak und Marie Part 

Die Feuerwehr hatte wegen des Starkregens am Donnerstag viel zu tun. In einem Schweinezuchthof zwischen Leonberg und Rutesheim schwebten rund 250 Ferkel, die teilweise erst einen Tag vorher zur Welt gekommen waren, in großer Gefahr.

Auf der Hauptstraße in Leonberg-Gebersheim standen die Wassermassen am Donnerstagabend.Foto: Gerhard Franz

Leonberg - Das Unwetter am Donnerstagabend hat zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr im Kreis Böblingen geführt. Vor allem Keller mussten leergepumpt werden, Straßen wurden überflutet.

Den aufwändigsten Einsatz erforderte ein Schweinezuchthof zwischen Leonberg und Rutesheim, der wegen seiner Hanglage besonders unter dem Starkregen litt: „Dort sind massiv Wasser und Schlamm in die Stallungen geflossen“, berichtet Stefan Rometsch, der Erste Kommandant der Feuerwehr Leonberg. „Das war eine Riesensauerei.“ Besonders gefährdet waren rund 250 Ferkel, die teilweise erst einen Tag vorher zur Welt gekommen waren. „Die Wasser- und Schlammmassen liefen durch den Stall in den Lüftungsschacht. Ohne Lüftung wäre die Temperatur dort stark gestiegen“, erläutert er.

Überflutete Keller

Die Feuerwehrleute pumpten den Schacht aus und entsorgten zusammen mit einigen Landwirten mehrere Güllefässer voll Dreck. „Gut gerochen haben wir alle nicht“, so Rometsch. Für das Ausräumen und Reinigen der Ställe war auch ein Team von 22 Mitarbeitern des THW im Einsatz, die Leonberger Feuerwehr war mit fünf Fahrzeugen und 30 Mann vor Ort. „Es war eine echte Materialschlacht, die ich in 30 Jahren noch nie erlebt habe und auch nicht mehr erleben möchte“, sagt Rometsch.

Auch in Rutesheim hat der Starkregen die Feuerwehr beschäftigt. „Die Einsatzkräfte mussten in sechs Häusern Keller auspumpen, teilweise hatten sich die Bewohner allerdings schon selbst mit Eimern und Lappen beholfen“, berichtet Martin Killinger, der Erste Beigeordnete der Stadt.

Ein paar Kilometer weiter in Renningen hatte die Feuerwehr ebenfalls mit den Wassermassen zu kämpfen. „Das Kanalsystem konnte die großen Mengen an Wasser, die durch den Regen auf die Erde kamen, nicht mehr aufnehmen“, erklärt der Renninger Feuerwehrkommandant Erhard Mohr. Wie zwei Wochen zuvor habe es in der Rankbachstraße und der Mühlgasse einen erhöhten Wasserpegel gegeben.