Unwetter in Süddeutschland Klimawandel sorgt für extremeres Wetter

Von Hanna Spanhel 

Überschwemmungen in Simbach am Inn: Niederbayern war von den Niederschlägen besonders betroffen. Durch den Klimawandel könnten solche Unwetter noch heftiger ausfallen. Foto: imago stock&people
Überschwemmungen in Simbach am Inn: Niederbayern war von den Niederschlägen besonders betroffen. Durch den Klimawandel könnten solche Unwetter noch heftiger ausfallen. Foto: imago stock&people

Seit Tagen sorgen extreme Niederschläge in Teilen Süddeutschlands für Ausnahmezustand. Solche Unwetter könnten in Zukunft noch stärker ausfallen, sagen Wetterexperten. Schuld ist die globale Klimaerwärmung.

Stuttgart - Die anhaltenden Regenfälle und extremen Überschwemmungen, die Teile Süddeutschlands seit Tagen erfahren, sind ein Indiz für den Einfluss des Klimawandels auf das Wetter – und Vorboten für mehr Starkregen. „Das Wetter wird durch den Klimawandel insgesamt extremer werden“, sagt Andreas Friedrich, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD).

Auswertungen von Radardaten des DWD zeigen, dass extreme Niederschläge in den vergangenen 15 Jahren deutschlandweit zugenommen haben. „Geht man davon aus, dass die Erderwärmung weiter zunimmt, muss man künftig mit mehr Starkregen-Ereignissen rechnen“, so Friedrich. Auch Experten des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung bestätigen, dass extreme Regenfälle zunehmen, weltweit – mit zum Teil verheerenden Fluten wie zum Beispiel 2010 in Pakistan.

Seit Ende Mai nun dauert Tief Mitteleuropa schon an, unter dem sich sogenannte Bodentiefs entwickelten. Diese Tiefs beherrschen nun die Wetterlage in Deutschland und haben inzwischen für gravierende Überschwemmungen vor allem in Niederbayern gesorgt. Mehrere Menschen kamen hier bereits ums Leben, auch in Baden-Württemberg fielen vier Personen dem Unwetter zum Opfer. In Frankreich und Österreich richteten die Niederschläge ebenfalls hohe Sachschäden an, mehrere Menschen starben darüber hinaus auch dort in den Fluten. Grundsätzlich sind solche Unwetter vor allem im Frühjahr nicht ungewöhnlich: Wärmt sich der Boden auf, steigt warme Luft nach oben und trifft dort auf kühlere Luftmassen – eine explosive Konstellation.

Eine Folge des globalen Klimawandels

„Absolut außergewöhnlich“ seien aber Ausmaß und Dauer des Unwetters, machen Wetterexperten vom DWD deutlich. Dass die Unwetterwarnungen nun seit Mitte Mai andauern, ist aber ungewöhnlich.

Der Hintergrund: Erwärmt sich die Erdatmosphäre, so kann sie mehr Wasserdampf aufnehmen, erklärt Wetterexperte Friedrich. Diese Feuchtigkeit in der Luft wird bei kurzfristigen Regenfällen freigesetzt – und zwar in Form von Starkregen.

Die starken Regenfälle sind aber nur eine Folge des globalen Klimawandels. „Heftige Unwetter wechseln sich immer häufiger mit Hitzeperioden ab“, sagt Friedrich – vor allem im Sommer. Extreme Dürren könnten dann auch in Deutschland zur Regel werden. Das hängt vor allem damit zusammen, dass der Klimawandel die für das Wetter wichtigen Luftströme stört, sagen Experten. Nimmt die Erwärmung der Erdatmosphäre also weiter zu, weil immer mehr Treibhausgase in die Luft geraten, so könnten extreme Sommer zur Regel werden.

Lesen Sie jetzt