Larissa Berger ist derzeit dabei, Lieferanten für ihren Unverpackt-Laden in Schorndorf zu suchen.Foto:Frank Eppler Foto:  

Larissa Berger will in Schorndorf einen Unverpackt-Laden eröffnen. Eine Ladenfläche steht in Aussicht, das Konzept ist bereits konkret. Die 27-Jährige möchte zum Beispiel das Geschäft mit einem Tagescafé verbinden.

Schorndorf - Noch muss Larissa Berger in der heimischen Küche demonstrieren, wie das Einkaufen in ihrem Unverpackt-Laden einmal funktionieren wird: Mitgebrachten Behälter auf die Waage stellen, Eigengewicht auf einem Klebezettel notieren, Behälter mit Haferflocken oder anderem Schüttgut befüllen. Und dann ab an die Kasse.

Diese Szene und weitere Infos zum Konzept ihres geplanten Unverpackt-Ladens in Schorndorf sind Inhalt eines Videos, mit dem Larissa Berger seit Anfang der Woche auf der Crowdfunding-Plattform Start-Next für die Unterstützung ihrer Geschäftsidee wirbt. Wie diese entstanden ist? „Im vergangenen Jahr bin ich von München zurück nach Schorndorf gezogen“, erzählt die 27-Jährige. Mehr als acht Jahre hat sie in der bayerischen Landeshauptstadt für Studium und Job verbracht und dort viele Möglichkeiten gehabt, möglichst müllfrei einzukaufen. „Das fehlt mir hier“, sagt sie, die es für wenig sinnvoll hält, in einem Unverpackt-Laden einzukaufen, für den sie eine längere Strecke fahren muss.

Im April oder Mai könnte der Unverpackt-Laden Schorndorf eröffnen

Vor ein paar Monaten hat sie deswegen den Entschluss gefasst, selbst einen Laden zu betreiben. Das Ziel ist nicht mehr fern: Wenn alles klappt, könnte sie im April oder Mai eröffnen. Eine geeignete Ladenfläche steht in Aussicht, und auch das Konzept hat konkrete Formen angenommen. „Ich möchte den Unverpackt-Laden mit einem Tagescafé verbinden“, erzählt Larissa Berger. Zum einen könnten die Kunden dort die angebotenen Produkte probieren. „Und ich kann zum Beispiel aus Waren, deren Haltbarkeit bald abläuft, einen Kuchen backen und damit Lebensmittelverschwendung vermeiden.“ Außerdem möchte sie, dass der Laden ein Ort der Entschleunigung wird, dass die Kunden auf einen Tee oder Kaffee vorbeischauen und das Konzept zwanglos kennenlernen können.

Bei Larissa Berger soll es Dinge des alltäglichen Bedarfs geben, bevorzugt aus dem Großraum Schorndorf. „Regionalität ist mir ganz wichtig“, sagt die junge Frau, die bereits viele Bauernhöfen besucht hat, um Lieferanten zu finden. Mit Mühlen hat sie schon Kontakt aufgenommen, Reinigungskonzentrate sollen aus Winterbach kommen, Drogerieartikel aus der Nähe von Welzheim. Als Mitglied im Unverpackt-Verband kann Larissa Berger zudem Artikel bestellen, die sie nicht aus der Region beziehen kann. „Allerdings wird auch mal etwas fehlen, wenn ein Erzeuger etwas nicht liefern kann. Ich möchte, dass die Verbraucher spüren, was möglich ist und was eben nicht“, erläutert Larissa Berger.

Wie reagieren die Schorndorfer auf den Unverpackt-Laden?

Finanzielle Unterstützer sucht sie nun für eine hochwertige Ladeneinrichtung. „Es gibt nachhaltige Spendersysteme mit Glasbehältern, die aber etwas kostenintensiver sind“, sagt die angehende Jungunternehmerin. Das erste Fundingziel seien 12 500 Euro, das zweite 25 000 Euro. „Dafür könnte ich mir noch eine Getreidemühle oder eine Flockenquetsche kaufen.“ Die Kampagne sei auch eine Möglichkeit, herauszufinden, wie die Schorndorfer auf ihre Idee reagieren. Zwar fänden viele einen Unverpackt-Laden toll, „aber jetzt wird sich zeigen, wie viele tatsächlich bereit sind, mich zu unterstützen.“ Bisher sieht es gut aus: Innerhalb von zwei Tagen hat sie knapp 100 Unterstützer und 5000 Euro sammeln können. Weitere Infos zum Laden gibt es im Internet

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