Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob eine Einbahnstraßenregelung ab der Stubaier Straße denkbar sei. Foto: dpa

Eine solche Regelung hält die Verwaltung in der Oberstdorfer Straße hingegen nicht für sinnvoll.

Untertürkheim - Sowohl die Anwohner als auch die Schulleiterin und die Lehrer hatten die „chaotischen Verkehrsverhältnisse“ vor der Wilhelmsschule an der Oberstdorfer Straße beklagt. Ein Hauptproblem sei der Schleichverkehr. Um den Kreisverkehr am Ende der Großglockner­straße und die Ampeln am Karl-Benz-Platz zu umfahren, würden viele Autofahrer, die aus Richtung Fellbach über die Kappelbergstraße kommen, die Oberstdorfer Straße als Abkürzung nutzen. Der Bezirksbeirat hatte sich des Problems angenommen und die Stadtverwaltung aufgefordert zu prüfen, ob eine Einbahnstraßenregelung ab der Stubaier Straße denkbar sei.

Die Ergebnisse dieser Prüfung wurden dem Bezirksbeirat nun in dessen jüngster Sitzung vorgestellt. Die Verwaltung kommt aber zu einer anderen Einschätzung als Lehrer und Anwohner. „Der Schleichverkehr ist sicherlich da“, erklärte Monika Dietmann vom Amt für öffentliche Ordnung. Allerdings sehe die Stadt keinen Handlungsbedarf.

Im Bereich der Wilhelmsschule an der Oberstdorfer Straße sei in den vergangenen Jahren viel getan worden. Baumbeete, Gehwegnasen und mit Pollern abgesperrte Gehwegbereiche wurden eingerichtet. Für Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, wurden Kurzzeitparkplätze geschaffen und die Ötztaler Straße mit Pollern sogar ganz unterbrochen. Das Fazit der Behörde: Der Verkehr hat sich entspannt. Es gebe keine besondere Gefahrensituation, und deshalb seien auch keine weiteren verkehrsbehördlichen Maßnahmen erforderlich. Hinzu kommt laut Dietrich, dass sich die Einrichtung einer Einbahnstraße in der Oberstdorfer Straße sogar negativ auf die Verkehrssicherheit vor der Schule auswirken könnte. „Die Fahrgeschwindigkeit steigt in der Regel in Einbahnstraßen“, da man nicht mit Gegenverkehr rechnen müsse, sagte die Fachfrau. Zudem würden die angrenzenden Wohngebiete stärker belastet.

Doch auch wenn die Verwaltung zu dem Schluss kommt, dass die Umwandlung der Oberstdorfer Straße in eine Einbahnstraße besonders im Schulgebiet kontraproduktiv wäre, hat sie einen Alternativvorschlag für den Bezirk: Das Ordnungsamt schlägt vor die Ifenstraße, das Verbindungsstück zwischen der Kappelbergstraße und der Wallmerstraße, in eine unechte Einbahnstraße umzuwandeln. Das würde bedeuten, dass die Anlieger innerhalb der Straße mit ihren Autos zwar in beide Richtungen fahren können, eine Einfahrt von der Kappelbergstraße aus aber nicht mehr möglich ist. Fahrradfahrer wären von dieser Regelung ausgenommen, sagte Dietrich. Mit diesem Vorschlag konnten sich letztlich alle Fraktionen anfreunden. „Da spricht überhaupt nichts gegen“, sagte CDU-Bezirksbeirat Matthias Misch. Werner Feinauer von der SPD betonte zwar, dass er die Gefahr einer Zunahme der Fahrgeschwindigkeit in Folge einer Einbahnstraßenregelung in der Oberstdorfer Straße nicht sehe, da die betroffenen Teilstücke höchstens 60 Meter lang seien und man deshalb gar nicht so stark beschleunigen könne. Der SPD-Bezirksbeirat sprach sich aber trotzdem für den Alternativvorschlag der Stadtverwaltung aus. Der Bezirksbeirat beschloss einstimmig, dass die Umwandlung der Ifenstraße in eine unechte Einbahnstraße zunächst für ein Jahr au Probe umgesetzt werden soll. Nach dieser Testphase soll geschaut werden, ob sich die Verkehrssituation in der Oberstdorfer Straße durch die Maßnahme verbessert hat.

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