18 Jahre lang hat Fritz Warth die Geschichte des Weinfestvereins gelenkt. Foto: Leiheneder

Der Wengerter Fritz Warth hat die Ehrenmünze der Stadt verliehen bekommen.

Untertürkheim - Er ist der stellvertretende Ortsobmann für die Landwirtschaft im Untertürkheimer Bezirksbeirat und war in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv; aber das Weinfest in Untertürkheim, das seit fast 50 Jahren immer im September stattfindet, war und ist dem Wengerter Fritz Warth besonders wichtig.

18 Jahre lang war er Vorsitzender des Weinfestvereins und hat viel erlebt. Für seine Verdienste hat ihm nun der Bezirksvorsteher Klaus Eggert die Ehrenmünze der Stadt verliehen. „Fritz Warth hat als Vereinsvorsitzender mit Organisationstalent und Geschick, Opfer an Kraft und Zeit, die Gestaltung des Wein- und Heimatfestes wesentlich geprägt“, sagte Eggert.

Besonders ist dem Bezirksvorsteher das Jahr 2001 in Erinnerung geblieben. Die Anschläge des 11. September in den USA erschütterten die Welt. Und in Untertürkheim musste Fritz Warth entscheiden, was man mit dem Weinfest nur wenige Tage nach dem Terroranschlag machen sollte: Absagen? Laufen lassen? Das waren keine Alternativen.

Ökumenischer Gottesdienst sorgt für seelisches Wohl

Warth hat sich in dieser schweren Zeit schließlich dazu entschlossen, ein stilles Weinfest abzuhalten. Den gebuchten Blaumeisen wurde abgesagt. „Vor dieser Entscheidung habe ich großen Respekt“, sagt Eggert. Und Fritz Warth meint rückblickend: „Es war richtig so.“

Richtig war es für ihn auch, im April dieses Jahres nach 18 Jahren den Vorsitz des Weinfestvereins abzugeben. „Wenn man sieht, welche Verantwortung man hat, wird man nachdenklich“, sagt der 62-Jährige. Zum Glück sei nie etwas passiert. Seine Aufgabe war aber nie einfach, und ein ist Weinfest immer unkalkulierbar: Bei Regen bleiben die Gäste weg, und man rutscht sofort ins Minus. Auch die Ansprüche steigen von Jahr zu Jahr. Der Höhepunkt des einen Jahres müsse im nächsten immer übertroffen werden. Schwierig wurde es auch bei den Bezeichnungen von Veranstaltungen: „Der ‚Rentnernachmittag’ läuft nicht mehr, weil niemand mehr alt sein will“, sagt Fritz Warth.

Seine Priorität war immer, das Weinfest attraktiver zu machen: So führte er einen ökumenischen Gottesdienst ein. Damit war neben dem leiblichen Wohl auch für die seelische Erbauung gesorgt. Auch die Eröffnung vor dem Rathaus hat Fritz Warth ins Leben gerufen. Feierlich wird dann die Fahne der Stadt und des Festes gehisst. Stolz ist der Wengerter auch darauf, dass er in all den Jahren insgesamt 18 Weinköniginnen begrüßt hat. Im Jahr 2004 war es seine Tochter Christine Warth. Und zum Abschluss kam 2012 Petra Hammer aus Untertürkheim als Weinkönigin vorbei.

Neuer Veranstalter ist die Weinmanufaktur Untertürkheim

Fritz Warth sind noch zwei kleine Anschaffungen des Vereins wichtig, in denen die Tradition hochlebt und dokumentiert wird. Zum 30-jährigen Bestehen des Weinfestvereins im Jahr 1995 und gleich zum Einstand des damals neuen Vorsitzenden schaffte sich der Verein einen silbernen Urbanspokal an, den ein Silberschmiedemeister auf Pforzheim angefertigt hat.

Zudem führt der Weinfestverein ein Stiftungsbuch aus Holz, das mit dem Vereinssymbol – einem Intarsien-U, einem Stern aus dem Stadtteilwappen und einer Weinrebe – verziert ist. Darin sind in Schönschrift Protokolle und Trinksprüche der Mitglieder aufgeführt. Noch sind beide Objekte bei Fritz Warth an der Württembergstraße in Obhut. Aber nicht mehr lang. Dann wird der neue Vorsitzende Michael Warth die Stücke übernehmen.

Das kommende Weinfest, von Donnerstag, 12. bis Sonntag, 15. September, wird nun von anderen organisiert: Zum ersten Mal tritt die Weinmanufaktur Untertürkheim als Veranstalter auf. „Dann läuft alles ein bisschen anders“, sagt Fritz Warth. Er werde sich definitiv heraushalten. „Ich bin ein Typ, der die Tradition hochhält, sich dem Modernen aber auch nicht verschließt“, meint Warth.

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