Sigrid Klausmann-Sittler, die Ehefrau von Schauspieler S21-Gegner Walter Sittler, soll als Zeugin im Untersuchungsausschuss aussagen. Dies möchten die SPD und die Grünen. Foto: dpa

Unter anderem sollen Sigrid Klausmann-Sittler und Volker Lösch als Zeugen aussagen.

Stuttgart - Die Opposition aus SPD und Grünen will im Untersuchungsausschuss zu dem harten Polizeieinsatz gegen Stuttgart-21-Gegner prominente Zeugen hören.

Wie Grünen-Obmann Uli Sckerl am Donnerstag in Stuttgart mitteilte, soll etwa die Filmemacherin Sigrid Klausmann-Sittler, die Ehefrau des Schauspielers und Stuttgart-21-Gegners Walter Sittler, vor dem Gremium über ihre Erlebnisse berichten. Außerdem wurden der Theaterregisseur Volker Lösch, der Schriftsteller Wolfgang Schorlau, der katholische Stadtdekan von Stuttgart, Michael Brock und Dieter Reicherter, ehemaliger Richter am Landgericht Stuttgart, nominiert.

Ob CDU und FDP der Anhörung der Zeugen zustimmen, sei noch unsicher, sagte Sckerl. Reicherter hat laut Grünen Dienstaufsichtsbeschwerde eingelegt, weil er als Unbeteiligter von einem Wasserwerfer getroffen worden war.

„Wir wurden in einen Einsatz geschickt, der so nie hätte ablaufen dürfen“

Außerdem wollen SPD und Grünen auch einen Vertreter der Gewerkschaft der Polizei (GdP) als Zeugen laden, der sich äußerst kritisch über die Strategie der Landesregierung bei der Demonstration am 30. September im Schlossgarten geäußert hatte. „Wir wurden in einen Einsatz geschickt, der so nie hätte ablaufen dürfen“, hatte der Sprecher der GdP-Kreisgruppe Mannheim, Thomas Mohr, erklärt. Zudem soll der Stuttgarter Bürger Alfred Müller-Kattenstroth berichten, wie er den Einsatz erlebt hat.

Erste Zeugen sollen am 29. November gehört werden. Ganz oben auf der Liste steht Polizeipräsident Siegfried Stumpf. Die Aussage von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) soll später kommen.

Am 30. September hatten Polizisten mit Schlagstöcken und Pfefferspray das Baufeld für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 im Schlossgarten geräumt. Mehrere hundert Demonstranten wurden verletzt. Auch einige Dutzend Polizisten hatten Verletzungen davongetragen.

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