Der Bedarfsplan für die Floriansjünger in Marbach am Neckar empfiehlt einen Anbau in der Kernstadt und einen Neubau in Rielingshausen. Zudem bringt das Werk ein bekanntes Thema wieder aufs Tablett.
Die Mitglieder der Marbacher Feuerwehr hätten allen Grund gehabt, sich bei der jüngsten Gemeinderatssitzung gegenseitig auf die Schulter zu klopfen. Denn dort wurde der Truppe attestiert, dass sie trotz steigender Einsatzzahlen schnell am Ort des Geschehens und insgesamt personell sehr gut aufgestellt ist. Aus dem Feuerwehrbedarfsplan, den der Fachmann Roland Demke präsentierte, ließ sich aber auch ablesen, dass es mehrere Baustellen anderer Natur gibt.
Bis 2028 soll der Neubau stehen
Größtes Sorgenkind ist demnach das Magazin im Stadtteil Rielingshausen. „Es ist viel zu eng, es ist kein Durchkommen mehr, die Umkleiden sind zu klein“, fasste Demke das Dilemma der Wache zusammen. Zudem fehlten Räumlichkeiten für Frauen. Insofern empfehle er dringend, einen Neubau in Angriff zu nehmen. Ein Thema, das die Kommune bereits auf dem Schirm hat. Auf einem Feld am Ortsausgang Richtung Marbach soll ein neues Domizil entstehen. Ziel der Kommune ist es, das Gebäude bis zum Jahr 2028 fertigzustellen.
Noch keinen genauen Zeitplan gibt es indes dafür, wann das Stammhaus der Mannschaft in Marbach erweitert werden könnte. Bürgermeister Jan Trost machte deutlich, dass bei der finanziell nicht auf Rosen gebetteten Kommune der Neubau in Rielingshausen höchste Priorität genieße. Roland Demke hob jedoch hervor, dass er auch in der Kernstadt Handlungsbedarf sieht. „Auf den ersten Blick ist das Gebäude sehr ordentlich und sehr funktional. Es hat aber durchaus Schwachstellen“, erklärte der frühere Leitende Branddirektor bei der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg. So sei speziell der Umkleidebereich deutlich zu klein. „Es können keine neuen Mitglieder aufgenommen werden“, sagte Demke. Bei den Lagerflächen seien die Kapazitäten ebenfalls zu gering. Sein Rat lautet, das Magazin durch einen seitlichen Anbau zu vergrößern. In einem ersten Schritt hielte es der Experte für sinnvoll, Planungskosten für eine Machbarkeitsstudie einzustellen.
Demke mahnte überdies mehr hauptamtliche Unterstützung für die Mannschaft an. „Eine Feuerwehr in der Größe von Marbach lässt sich rein ehrenamtlich nur schwierig oder gar nicht mehr bewältigen“, betonte er und sprach damit ein Thema an, das in der Vergangenheit auch Kommandant Alexander Schroth mehrfach angeschnitten hatte. Mittlerweile hat die Kommune eine 50-Prozent-Stelle in der Sachbearbeitung geschaffen. Zudem gibt es schon lange einen Gerätewart, der Vollzeit arbeitet. Nach der Einschätzung von Roland Demke ist das aber nicht genug. Er empfahl, einen weiteren feuerwehrtechnischen Angestellten ins Boot zu holen, die Sachbearbeitung im Rathaus um 50 Prozent aufzustocken. Und nicht zuletzt solle auch für die Kommandantur eine Vollzeitstelle vorgesehen werden. „Die Leitung und die Aufgaben haben einen Umfang, die eine hauptamtliche Stelle rechtfertigen. Es wird auch immer schwieriger, Menschen zu finden, die so ein Arbeitsvolumen im Ehrenamt nebenher bewältigen können oder wollen“, sagt er.
Was die Stadt aus diesem Rat macht, wird die Zukunft und die Zeit nach der Kommunalwahl am 9. Juni zeigen. „Dazu bedarf es der Diskussion im neuen Gemeinderat, wie die Prioritäten gesetzt werden“, erklärt Jan Trost im Hinblick auf eine etwaige Aufstockung des hauptamtlichen Personals für die Feuerwehr.