Verschiedene Küchenkräuter, die häufig verwendet werden. Foto: Adobe Stock/Romolo Tavani

Das Untersuchungsamt für Lebensmittelüberwachung Stuttgart hat nach einem Test jede fünfte Oregano-Probe als gesundheitsschädlich eingestuft. Sie enthalten leberschädigende Stoffe.

Stuttgart - Oregano ist aus den Küchen im Land nicht mehr wegzudenken. Doch jetzt zeigt eine Studie des Untersuchungsamtes für Lebensmittelüberwachung Stuttgart (CVUA): Teile des gerebelten Oreganos aus dem Handel sind gesundheitsschädlich.

Das Amt hat zwischen November und Juni 41 Oregano-Proben untersucht. 71 Prozent wurden aufgrund leberschädigender Inhaltsstoffe als nicht sichere Lebensmittel beanstandet. Diese Inhaltsstoffe dienen anderen Pflanzen als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde und gelangen ins Gewürz, wenn diese Pflanzen bei der Oregano-Ernte mitgeschreddert werden. Bei den Tests wurde jede fünfte Probe aufgrund solcher Verunreinigungen als gesundheitsschädlich eingestuft. 20 der 41 Oreganoproben gelten als für den Verzehr durch den Menschen inakzeptabel. Nur eine einzige Probe wurde nicht beanstandet – sie stammt aus Deutschland.

Oregano selbst trocknen

Wie können Verbraucher sich schützen? „ Bei gerebeltem Oregano kann der Endverbraucher eine Verunreinigung mit anderen Pflanzen nicht erkennen“, heißt es in dem Bericht der Behörde. Wer auf Nummer sicher gehen wolle, müsse auf frischen Oregano aus dem Kräutertopf oder dem eigenen Garten ausweichen und diesen selbst trocknen.

Doch nicht nur Oregano kann schädlich für die Gesundheit sein. Die Stiftung Warentest rät aufgrund einer aktuellen Untersuchung auch von Bambusbechern etwa zur Mitnahme von Kaffee ab. In sieben von zwölf Gefäßen wiesen die Tester giftige Stoffe nach, die Erkrankungen im Nieren- und Blasensystem sowie Krebs auslösen können. Auch das CVUA wies kürzlich nach, dass neun von elf untersuchten Bambusgeschirr-Proben massiv Schadstoffe freisetzen.

Zusammensetzung der Becher wird oft verschleiert

Die Becher seien auch nicht nachhaltig. Laut den Prüfern würde mit falschen Werbeversprechen der Eindruck erweckt, die Nutzer würden ein reines Bambusprodukt erwerben oder der Umwelt helfen. Tatsächlich enthalten die Becher Kunststoff und ließen sich nicht wiederverwerten, höchstens verbrennen. Besonders im Internethandel weisen Produkte vielfach hohe Kunststoffanteile auf, und Bambus fungiere lediglich als Füllmaterial, schreibt das CVUA.

Wer Kunststoffe vermeiden wolle, könne kaum die Zusammensetzung des Geschirrs erfahren. „Bei Auffälligkeiten werden wir die Anordnung einer korrekten Kennzeichnung der Produkte in die Wege leiten“, sagte Agrarminister Peter Hauk (CDU).

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