Die Stuttgarter Kickers und die Fußballteams von der Oberliga an abwärts kennen nun einen Stichtag: Wenn bis um 9. Mai der Ball nicht rollt, wird die Saison annulliert. Foto: Baumann

Bei den Handballern gibt es von der Baden-Württemberg-Oberliga an abwärts in dieser Saison keine Spiele mehr. Der Württembergische Fußballverband (WFV) hat unterdessen zwei Szenarien vorgestellt.

Stuttgart - Hans Böhm spricht aus, was so gut wie alle Vereinsvertreter denken: „Wir sind froh über diese schnelle Entscheidung, dass jetzt Klarheit herrscht, wir die Bücher abrechnen und in die Zukunft blicken können“, sagt der Sportliche Leiter des Handball-Baden-Württemberg-Oberligisten SG H2Ku Herrenberg.

Keine Auf- und Absteiger

Von dieser Spielklasse an abwärts fliegt in dieser Saison kein Ball mehr. Die drei Handballverbände aus Baden (BHV), Südbaden (SHV) und Württemberg (HVW) einigten sich auf ein vorzeitiges Ende der laufenden Hallensaison. Die Runde wird nicht gewertet, es gibt keine Auf- und Absteiger. Damit reagierten die Verbände auf die jüngst von der Politik beschlossenen Verlängerung des Coronastillstands für den Amateur- und Breitensport bis mindestens zum 7. März. Da die Verantwortung für die dritte Liga beim Deutschen Handballbund (DHB) liegt, muss hier noch über Auf- und Abstieg entschieden werden.

Kinder wieder heranführen

Offen ist auch noch, ob und in welcher Form Qualifikationsspiele für die Jugend über die Bühne gehen können. Es gibt auch Überlegungen, solche Begegnungen oder Freundschaftsspiele und Vorbereitungsturniere für die neue Saison verstärkt draußen stattfinden zu lassen, auf Tartan- oder Rasenplätzen. „Wir sind derzeit offen für alle Gedanken, um vor allem die Kinder und Jugendlichen wieder an den Handball heranzuführen“, sagt HVW-Verbandsmanager Thomas Dieterich. „Außerdem laufen unser aller Überlegungen wie der Handball – sobald Mannschaftssport wieder zugelassen wird – in den kommenden Monaten bis zum Beginn der Runde 2021/2022 gefördert und unterstützt werden kann“, ergänzt HVW-Präsident Hans Artschwager.

Vereinen entgegenkommen

Dabei geht es um organisatorische Dinge, wie beispielsweise das kurzfristige Anlegen von Staffeln oder Einteilen von Schiedsrichtern für mögliche Vorbereitungsspielrunden. Manche der acht HVW-Bezirke denken auch über ein Erlassen der Bezirksbeiträge nach (bis zu 225 Euro pro aktiver Mannschaft pro Saison). Der HVW plant, den Vereinen entgegenzukommen, indem er möglicherweise Kurse zur Schiedsrichter-Ausbildung oder Qualifizierungsoffensiven für Jugendtrainer kostenlos anbietet

Stichtag 9. Mai

Die Handballer haben also für klare Verhältnisse gesorgt. Der Württembergische Fußballverband (WFV) wartet die weitere Entwicklung der Pandemie dagegen noch ab. Von einer regulären Durchführung der laufenden Spielzeit mit vollständiger Vor- und Rückrunde hat man sich inzwischen auch offiziell verabschiedet. Vielmehr hat der Verbandsspielausschuss für die Spielklassen von der Oberliga abwärts nun zwei Szenarien ausgearbeitet und vorgestellt. Stichtag ist dabei der 9. Mai. Wird der Spielbetrieb spätestens bis zu diesem Datum wieder aufgenommen, werden die Vorrunden abgeschlossen, die direkten Auf- und Absteiger ermittelt. Direkt im Anschluss daran wird dann noch die Relegation ausgetragen. Die Spielzeit 2020/21 endet am 20. Juni.

Gehrmanns Reaktion

Sollte der Ball bis zum 9. Mai nicht wieder rollen, wird die Saison annulliert. Mit der Folge, dass keine Auf- und Absteiger ermittelt werden und mit demselben Teilnehmerfeld in die neue Saison gestartet wird. „Wir haben wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass man die Vorrunde zu Ende spielen will und es Relegationsspiele gibt“, sagt Ramon Gehrmann, der Trainer des Oberliga-Zweiten Stuttgarter Kickers. Bisher haben die Blauen 13 Spiele absolviert. Noch sieben Partien der Hinserie stehen aus. „Das müsste zu schaffen sein“, hofft Gehrmann. Die Vereine können nun bis zum 17. Februar eine Rückmeldung an den Verband geben. Am 19. Februar entscheidet der WFV-Beirat über die Beschlussvorlage.

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