Alessandro Totaro skypt mit seinen Schülern. Foto: privat

Schüler sollen auch während der Corona-Krise lernen. Damit sein Unterricht trotz der Kontaktsperre persönlich wird, beschreitet der Lehrer Alessandro Totaro in Stuttgart-Möhringen unkonventionelle Wege.

Möhringen - Alessandro Totaro unterrichtet Mathematik und Französisch an der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule. Er bereitet seine Schüler mit einem virtuellen Klassenzimmer und Videos auf Prüfungen vor.

Vor welchen Herausforderungen stehen Ihre Schüler in der Corona-Pandemie?

Meine Zehntklässler stehen vor den Abschlussprüfungen, die vorerst auf Ende Mai verschoben worden sind. Sie leben wegen der Prüfungen, wegen der gesundheitlichen Gefährdung während der Pandemie und der Angst ihrer Eltern um die Arbeitsplätze in einem schwierigen Klima. Da genügt es nicht, ihnen Aufgaben per E-Mail zuzuschicken. Man muss einen Weg finden, persönlich präsent zu sein.

Und deshalb sind Sie auf Skype gekommen?

Ich habe lernen müssen, dass mir meine Schüler digital weit voraus sind. Sie haben mir erst einmal erklärt, wie man Skype nutzen kann. Jetzt kann ich jeden Schüler auf kleinen digitalen Bildschirmen vor mir sehen, und sie sehen mich. Ich kann sie Stumm schalten. Wenn ich sehe, dass sich einer meldet, lasse ich ihn reden, und alle hören es, genau wie im Klassenzimmer. 15 Minuten vor Unterrichtsbeginn erhalten sie ein Signal, damit sie wissen, dass der Unterricht bald beginnt. Wer keinen PC hat, der kann mit dem Handy skypen.

Im Klassenzimmer haben Sie eine Tafel, wo schreiben Sie online?

Alle Schüler sehen meinen Bildschirm und ich führe Ihnen mit Powerpoint Beispielaufgaben vor. Diese kann ich speichern und den Schülern zusenden.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie?

Die Schüler haben mich inspiriert, Lernvideos auf einen Youtube-Kanal zu stellen. Es ist viel effektiver, wenn sie ein Video sehen, als wenn ich ihnen ein Lernblatt sende. Auch die Eltern sind dankbar. Viele sind überfordert, weil ihre Kinder zu viele Videospiele spielen. Per Skype kann ich persönlich mit den Eltern und den betroffenen Schülern sprechen. Ich habe den Eindruck, dass viele Eltern jetzt merken, wie wichtig der Lehrerberuf ist. Die Wertschätzung ist meines Erachtens gestiegen. Apropos Youtube: Nicht nur meine Schüler können von den Videos profitieren.

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