Neustart in der Wunnensteinschule in Großbottwar. Die Masken wurden aber nur für das Foto aufgesetzt, sind während des Unterrichts nicht Pflicht. Foto: Werner Kuhnle

Die Viertklässler haben nun wieder Unterricht. Auch wenn alles ein bisschen anders abläuft als sonst.

Bottwartal - Leere Klassenzimmer und verwaiste Pausenhöfe an den Grundschulen gehören seit Montag, 18. Mai, der Vergangenheit an. Die Viertklässler sind zurück, damit sie auf den Übergang in die weiterführenden Schulen vorbereitet sind. Gute Vorbereitung, das war auch an den Schulen das A und O für eine gelungene Wiederaufnahme des Unterrichts.

„Die Eltern wurden vergangene Woche über die Maßnahmen informiert“, erklärt die Rektorin der Wunnensteinschule in Großbottwar,
Uta Schwarz. „Daher hat es auch heute Morgen super funktioniert.“ Die Klassen waren halbiert worden, eine Markierung im Pausenhof signalisierte den Kindern, wo genau sie auf ihre Lehrer warten sollten. Gemeinsam ging es dann weiter in die jeweiligen Klassenzimmer mit entweder dem Klassenlehrer oder einem Kollegen. „Manches Kind war da etwas schüchtern, weil es einen neuen Lehrer bekommen hat“, so Schwarz. Doch die Klassenleiter wechselten zwischen den Gruppen, lediglich Übungsstunden werden vertreten. „Die Kollegen haben sich jedenfalls gefreut, dass sie wieder unterrichten dürfen.“ Selbst Lehrer, die altersbedingt zur Risikogruppe gehörten, seien freiwillig angetreten.

Ein Engagement, das der Leiter der Grundschule Kirchberg,
Alfred Stephan, ebenfalls festgestellt hat: „Wir haben das Glück, dass alle Lehrer am Start sind.“ Die Schüler hätten sich bislang sehr gut an die Abstandsregeln gehalten, „wir hoffen, das bleibt auch bis Pfingsten so“.

Auch Birgit Gartner, die kommissarisch die Quellengrundschule Rielingshausen
leitet, ist voll des Lobs für die Kinder: „Die Schüler sind sehr diszipliniert und haben die 100 Minuten Unterricht wirklich gut hingekriegt.“ Wie überall wurden auch hier die Klassen halbiert und die Tische auseinandergerückt. Außerdem darf nur einzeln zur Toilette gegangen werden. „Wir sind sehr froh, den Start jetzt so gut gut hinbekommen zu haben“, so Gartner. „Aber alle wünschen sich Normalität.“

Ein Wunsch, den auch die Leiterin der Georg-Hager-Schule in Mundelsheim,
Claudia Schäuffele, nachvollziehen kann. „Es fühlt sich wieder mehr wie Schule an“, lautet ihre Bilanz zum Montag. Sie seien schon etwas aufgeregt gewesen, am Morgen die Schüler empfangen zu dürfen: „Alle haben sich wahnsinnig über das Wiedersehen gefreut.“ Zunächst wurden die Kinder mit den Maßnahmen wie etwa dem Wegesystem vertraut gemacht, „und wir haben gemeinsam Hände gewaschen“, erzählt Schäuffele. Eine Herausforderung sei die Pause, hier muss die Aufsicht nun auch auf Abstandsregeln aufpassen: „Noch sind alle sehr vorsichtig, aber es sind eben Kinder. Das behalten wir im Auge.“

Eine Bewegungspause unter Anleitung hat es in der Schule an der Bottwar in Kleinbottwar
gegeben. Die lief ebenso wie der Unterricht selbst „reibungslos“ ab, so Rektorin Manuela Schätzler: „Die Eltern haben hier tolle Vorarbeit geleistet.“ Die Schüler hätten sich sehr gefreut, wieder zum Unterricht kommen zu dürfen, seien aber auch durchweg diszipliniert gewesen. Die Gruppen trafen zeitversetzt ein, und dank zugeteilter Platznummern wusste auch jeder gleich, wo er hinmusste. Damit die halbierten Klassen genug Platz haben, seien die Räume teilweise umgestaltet worden. Nach Schulschluss habe sie einige Kinder nach ihrem Tag gefragt: „Ein Mädchen meinte, es sei schon cool gewesen, aber so wie früher mag sie es mehr.“

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