Ein Start-up-Unternehmen lebt von mit einer innovativen Geschäftsidee und hohem Wachstumspotenzial– in diesem Jahr gibt es jedoch weniger neu gegründete Unternehmen, wie das ZEW mitteilte. Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist zurückgegangen: Insgesamt sind im vergangenen Jahr 155 000 Unternehmen gegründet worden. Besonders stark fiel der Rückgang im Handel aus.

Mannheim - Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist besonders im Bereich der forschungs- und entwicklungsintensiven Industriezweige zurückgegangen. Das Minus betrug dort mit gut 1100 Gründungen im Jahr 2018 rund 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung am Mittwoch in Mannheim mitteilte.

60 000 weniger als vor zehn Jahren

Insgesamt seien im vergangenen Jahr in Deutschland 155 000 Unternehmen gegründet worden, 6000 weniger als 2017 und fast 60 000 weniger als vor zehn Jahren. Der Rückgang um fast vier Prozent sei der stärkste seit 2014.

Weniger Gründungen in Industriezweigen mit starkem Forschungs- und Entwicklungsanteil allein seien noch kein Indikator für sinkende Innovationskraft einer Volkswirtschaft. Denn ein Großteil der Innovationstätigkeit vollziehe sich in etablierten Unternehmen, teilte ZEW-Ökonom Johannes Bersch mit.

Starker Rückgang im Handel

Dennoch gibt der Rückgang nach Ansicht von ZEW-Forschungsbereichsleiter Georg Licht Anlass zur Sorge, da er sich mit der allgemeinen Konjunkturlage und dem globalen Handelsumfeld kaum erklären lasse.

Besonders stark fiel der Rückgang der Unternehmensgründungen mit zehn Prozent im Handel aus. Ursachen könnten Konjunkturbefürchtungen und schwierigere globale Handelsbedingungen sein. Im Dienstleistungsbereich sei die Gründungszahl dagegen nahezu konstant geblieben.

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