Der Kunststoffspezialist Ensinger aus Nufringen plant einen Personalabbau in Deutschland. Als Grund werden die schwache Konjunktur und die Konkurrenz aus Asien genannt.
Eine schwache Konjunktur, eine schleppend laufende Weltwirtschaft sowie zunehmende Konkurrenz aus Asien: Vor diesem Hintergrund passt der Nufringer Kunststoffarbeiter laut einer Pressemitteilung seine personellen Kapazitäten an den deutschen Standorten an. Konkret bedeutet dies, dass am Stammsitz in Nufringen, in Rottenburg-Ergenzingen und im oberpfälzischen Cham rund 100 Stellen wegfallen sollen. Wie sich der geplante Stellenabbau auf die drei Standorte verteilen wird, sei noch offen.
Betriebsrat ist eingebunden
Die Arbeitnehmervertretung ist laut der Geschäftsführung eingebunden, die Abstimmungen mit dem Betriebsrat verliefen konstruktiv mit dem gemeinsamen Ziel, den Stellenabbau möglichst sozialverträglich zu gestalten. „Betriebsbedingte Kündigungen sollen nach Möglichkeit vermieden und stattdessen beispielsweise Altersteilzeitmodelle oder andere individuell zugeschnittene Lösungen genutzt werden“, wird Ulrike Deschka, die für den Personalbereich verantwortliche Geschäftsführerin, zitiert. „Unser Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern und gleichzeitig verantwortungsvoll mit den Auswirkungen auf die Belegschaft umzugehen.“
An den drei Standorten beschäftigt der Spezialist für thermoplastische Hochleistungskunststoffe insgesamt rund 1450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Weiter Investitionen in Deutschland
Ungeachtet des angekündigten Personalabbaus kündigt das Familienunternehmen „weiterhin hohe Investitionen in die Produktentwicklung und in die Produktionsanlagen an den Standorten in Deutschland“ an. Dabei werde aber die Produktionsstrategie neu ausgerichtet: Mit ihrer Technologiekompetenz sollen sich die hiesigen Standorte künftig stärker auf innovative und komplexe Produkte konzentrieren. Hingegen sollen Standardprodukte, die einem starken Preiskampf unterliegen, in den nächsten Jahren überwiegend an kostengünstigeren Standorten in Europa hergestellt werden.
Die Ensinger Gruppe beschäftigt sich mit der Entwicklung, Fertigung und dem Vertrieb von Compounds, Halbzeugen, Composites, Fertigteilen und Profilen aus technischen Kunststoffen. Zur Verarbeitung der thermoplastischen Konstruktions- und Hochleistungspolymere setzt Ensinger eine Vielzahl von Herstellungsverfahren ein, unter anderem Extrusion, mechanische Bearbeitung, Spritzguss, Formguss, Sintern und Pressen. Mit mehr als 2500 Mitarbeitern an über 30 Standorten ist das Unternehmen laut eigenen Angaben in allen wichtigen Industrieregionen weltweit mit Fertigungsstätten oder Vertriebsniederlassungen vertreten.