Armin Uhlig (38) ist seit fast zwei Jahren Stadtbahnfahrer bei der SSB in Stuttgart. Foto: Horst Rudel

In unserem Stuttgart-Adventskalender öffnen wir jeden Tag ein spannendes Türchen. Am 7. Dezember gewährt Stadtbahnfahrer Armin Uhlig einen Blick in sein Führerhaus und verrät, was er an Fahrgästen nicht leiden kann.

Stuttgart - Ob vom Killesberg nach Leinfelden oder von Bad Cannstatt zum Hauptbahnhof: Für viele Stuttgarter gehört die Fahrt mit der Stadtbahn zum Leben in der Landeshauptstadt. Diejenigen allerdings, die die gelben Bahnen durch die Stadt fahren, bleiben meist anonym. Armin Uhlig ist einer von ihnen. Der 38-Jährige arbeitet seit Januar 2015 bei der SSB und sitzt seitdem im Führerstand von Stadtbahnen. Uns gewährt er einen Einblick in die Fahrerkabine, erklärt das Steuerpult und verrät, wie man das als Stadtbahnfahrer mit den Toilettengängen macht.

Was ärgert Sie bei Fahrgästen?
Mich nervt, wenn Fahrgäste zu spät kommen und andere ihnen dann die Tür offen halten. Für diesen einen Fahrgast ist das toll, weil er die Stadtbahn noch erreicht. Aber alle anderen in der Bahn ärgern sich vielleicht, weil wir dann Verspätung haben und sie ihren Anschluss nicht mehr erreichen. Unangenehm ist auch, wenn Fahrgäste einen über den Durst getrunken und sich nicht mehr unter Kontrolle haben.
Wie machen Sie das eigentlich, wenn Sie auf die Toilette gehen müssen?
An jeder Endhaltestelle gibt es Toiletten, die benutze ich dann. Dort steht der Zug ja meistens auch einige Minuten. Die längste Strecke von einer Endhaltestelle zur anderen dauert 50 Minuten, so lange kann man also maximal nicht auf Toilette gehen.
Welches Ereignis ist Ihnen aus Ihrer Zeit als SSB-Fahrer besonders im Gedächtnis geblieben?
Es gibt mehrere Sachen, die man nicht so schnell vergisst, wie beispielsweise die erste Fahrt allein mit der Stadtbahn. Das war sehr aufregend. Oder als am Kirchentag eine Gruppe junger Leute mit Gitarre eingestiegen ist und zwei Haltestellen weiter der ganze Zug mitgesungen hat. Es gibt natürlich auch die negativen Erlebnisse wie ein Beinaheunfall, weil ein Auto eine rote Ampel missachtet hat und ich deshalb eine Gefahrenbremsung einleiten musste.
Was schätzen Sie an Ihrem Beruf am meisten?
Die Familienfreundlichkeit. Ich habe zwei Kinder, und meine Frau arbeitet auch. Bei der SSB kann ich mir wünschen, zu welcher Tageszeit ich arbeiten möchte, und das klappt auch fast immer. Außerdem bin ich kein Büromensch. Ich komme gern raus.

So funktioniert das Steuerpult einer Stadtbahn:

Hier entlang: Neben der Stadtbahn ist die S-Bahn auch ein Lebensmittelpunkt der Stuttgarter. Fast eine halbe Million Menschen fahren täglich mit den roten Zügen. Doch das Rückgrat des Nahverkehrs hat auch Probleme. Wir haben die S-Bahn Stuttgart in einer Multimediareportage gecheckt.

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