Die deutsche Botschaft in Kairo. Foto: dapd

In Ägypten lebende Deutsche üben scharfe Kritik am Krisenmanagement der Deutschen Botschaft.

Kairo/Berlin - In Ägypten lebende Deutsche haben scharfe Kritik am Krisenmanagement der Deutschen Botschaft in Kairo geübt.

„Die Botschaft war nur sehr schwer oder gar nicht telefonisch zu erreichen“, schreibt der Deutsche Jan Rohde in einem Brief an Botschafter Michael Bock, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. „Die sogenannte Krisennummer war bis vor kurzem im Netz auf keiner Seite verfügbar und wurde nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda weitergegeben“, kritisierte der in Kairo bei einem deutsch-ägyptischen Pharmaunternehmen arbeitende Mann. Er ist inzwischen aufgrund der brenzligen Lage nach Deutschland ausgeflogen.

Wozu braucht man dann die Deutsche Botschaft?

Auch in der „Süddeutschen Zeitung“ äußerten mehrere Deutsche ähnliche Kritik. Das Auswärtige Amt äußerte sich auf dpa-Anfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen. Zusammenfassend sei der Tenor seitens der Botschaft gewesen, dass die Botschaft nicht für Deutsche im Ausland verantwortlich sei, sich jeder aus eigener Entscheidung im Land aufhalte und wenn man Ägypten verlassen wolle, solle man zum Flughafen fahren und sich ein Flugticket kaufen, schrieb Rohde. Er frage sich, wozu man dann in einer solchen Situation die Deutsche Botschaft brauche. „Auf die Idee zum Flughafen zu fahren und mir ein Ticket zu kaufen, bin ich als promovierter Akademiker zum Glück auch gekommen“, schrieb Rohde.

Das Auswärtige Amt hatte am Donnerstag seine Sicherheitshinweise für Ägypten noch einmal verschärft und eine Reisewarnung für Kairo, Alexandria und Suez ausgesprochen.

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