Die Polizei im Rems-Murr-Kreis geht nicht davon aus, dass der Junge in Gefahr war. Foto: Phillip Weingand

Wurde in Kernen ein Kind von einem Unbekannten verdächtig angesprochen? Eine Meldung der Polizei sorgt zunächst für Unruhe – dann folgt die Entwarnung.

Ein Kind auf dem Nachhauseweg. Ein fremdes Auto, das neben ihm hält – und ein Unbekannter, der versucht, das Kind mit Geld ins Fahrzeug zu locken. So ähnlich sieht der Albtraum vieler Eltern aus. Nachdem sich ein solcher Fall angeblich in Kernen im Remstal (Rems-Murr-Kreis) ereignet haben soll, gibt die Polizei Aalen Entwarnung – und räumt einen Fehler im Umgang mit dem Fall ein.

 

Am Dienstagmittag gegen 12.25 Uhr soll ein Junge in der Fellbacher Straße von einem unbekannten Mann aus einem schwarzen Pkw heraus angesprochen worden sein. Dieser, so berichtete der Junge, habe dem Kind 10 Euro dafür geboten, ins Auto des Mannes einzusteigen. Nach genauerer Überprüfung hat die Polizei nun jedoch mitgeteilt: „Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen ergaben, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für das Kind bestand.“

Nach Bekanntwerden des vermeintlichen Vorfalls hatten Polizisten, die mit der Bearbeitung des Falls betraut waren, zunächst eine Warnung an die Gemeinde Kernen herausgegeben – verbunden mit der Bitte, diese unter den Eltern zu verteilen. Dies geschah denn auch und sorgte im Ort für entsprechende Unruhe und Besorgnis unter den Eltern. „Dieses Vorgehen entspricht eigentlich nicht unserer Linie“, räumt der Polizeisprecher ein.

Zumal sich die Beobachtung nun als höchstwahrscheinlich harmlos herausgestellt hat. „Wir glauben zwar nicht, dass der Junge da einen Vorfall komplett herbeifantasiert hat“, so der Sprecher. Aber von einem kriminellen Hintergrund der mutmaßlichen Begegnung gehe die Polizei nach näherer Befragung des Kindes nicht aus. „Vermutlich handelte es sich um ein Missverständnis“, so der Sprecher. Die Polizei bittet darum, entsprechende Warnmeldungen daher nicht weiterzuverbreiten.