Die mangelnde Pünktlichkeit der Gäubahn bleibt ein Problem. (Archivbild) Foto: Heidepriem

Die Bahn sagt, das es auf der Gäubahn mit den Sperrungen schon viel schlimmer war. Doch mit der Pünktlichkeit hapert es.

Was ist wirklich los auf der Gäubahn? Die Bahn sagt – es war schon viel schlimmer mit den Sperrungen. Doch laut einem Bericht des Schwarzwälder Boten gibt es ein ernsthaftes Pünktlichkeitsproblem.

 

Das sind widersprüchliche Nachrichten zur Gäubahn. Einerseits fährt hier angeblich der pünktlichste Zug Deutschlands zwischen Rottweil und Stuttgart – so meldet der Bahnblick. Anderseits überlegt die SBB, die Direktverbindung zwischen Stuttgart und Singen ganz zu kappen. Weil die Gäubahn so unpünktlich ist.

Leiden für Bahnfahrer

Matthias Gastel, verkehrspolitischer Sprecher der Bundes-Grünen: „Laut Deutscher Bahn war die Gäubahn an 30 Prozent aller Tage im Jahr 2024 nicht durchgehend befahrbar. 2025 und 2026 – so sagt die Bahn – soll die Gäubahn an sieben bis acht Prozent aller Tage nicht durchgehend befahrbar sein.“

Ist es wirklich besser geworden auf der Gäubahn?

Schon an diesem Wochenende heißt es wieder: Leiden für Bahnfahrer. Samstag und Sonntag (21. und 22. Februar 2026) heißt es zwischen Horb und Stuttgart – mindestens knapp 90 Minuten Fahrzeit (sonst um die 50 Minuten). Der Grund: Die ersten Arbeiten am Pfaffensteigtunnel. Die Folge: ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Böblingen und Hauptbahnhof.

Auch im Raum Horb wird wieder gebaut. Hier heißt es: Wegen Bauarbeiten im Raum Horb auf der Gäubahn kommt es vom 20. Februar bis 13. März jeweils zwischen 20 und 6 Uhr zu Zugausfällen mit Ersatzverkehr.

Freudenstadt-Stuttgart – per Bus über Calw

Freudenstädter, die nach Stuttgart wollen, leiden seit Wochen unter den Hangsicherungsarbeiten in Höhe Horb Heiligenfeld. Zugreisende müssen einen Schienenersatzbus nach Horb nehmen und können erst dort in die Bahn umsteigen. Das soll erst am Freitag, 27. Februar, vorbei sein.

Auch die Fernverbindungen auf der Gäubahn leiden. Erst zum Fahrplanwechsel hat die Bahn jeden zweiten Direkt-IC nach Zürich gestrichen – stattdessen heißt es: Umsteigen in Singen. Offenbar ohne Erfolg. Der Südkurier hat 500 Fahrten zwischen Stuttgart und Zürich ausgewertet.

Wie lange macht Schweiz das Fernverkehrs-Chaos noch mit?

Das Ergebnis: Nur 15 Prozent der untersuchten Bahnfahrten waren auf die Minuten pünktlich in Stuttgart, rund 20 Prozent pünktlich in Singen. 40 Züge kamen gar nicht an, so der Südkurier. Die Schweizerische Bundesbahn (SBB) überlegt deshalb Konsequenzen. Grund: ein Pünktlichkeitswert von 56 Prozent sei für die SBB (94 Prozent Pünktlichkeit) nicht akzeptabel.

Untersuchungen das Landesverkehrsministeriums Baden-Württemberg bestätigen: Im bwegt-Qualitätsranking ist die Gäubahn (Strecke Gäu/Murr) drastisch abgefallen. Im ersten Halbjahr 2021 (Platz 13) lagt die Gesamtwertung noch bei 71,25 Punkten, die Pünktlichkeit bei 89,6. Im ersten Halbjahr 2025 hat sie noch 38,28 Punkte, Pünktlichkeit – unter 75 Punkten. Die Schwarzwaldbahn hat 75,9 Pünktlichkeits-Punkte und liegt auf Platz 20 – zwei Plätze vor der Gäubahn.

Gastel: Der Gäubahn-Ausbau muss endlich kommen

Grünen-Sprecher Gastel: „Manchmal weiß man als Fahrgast nicht, ob der Zug oder der Schienenersatzverkehr fährt. Die Gäubahn braucht eine grundlegende Sanierung statt Kleckerei in Form vieler Einzelbaustellen mit maximaler Einschränkung des Betriebs.“

Gastel fordert zweites Gleis

Der Bahnsprecher der Grünen fordert Tempo wie beim Pfaffensteigtunnel. Gastel: „Besonders wichtig ist es zudem, dass der südliche Teil der Gäubahn endlich zweigleisig ausgebaut wird. „

Und Gastel kritisiert: „Die Planungen dafür kommen kaum vom Fleck, während alle Energie in den fragwürdigen Pfaffensteigtunnel gesteckt wird. Für die Pünktlichkeit der Züge auf der Gäubahn ist die Zweigleisigkeit der entscheidende Faktor. Dafür muss endlich mal Tempo gemacht werden.“