Hörsaal in der Universität Freiburg Foto: dpa

Der akademische Ritterschlag zum Professor wird im Land immer weniger vergeben.

Stuttgart - Der akademische Ritterschlag zum Professor wird in Baden-Württemberg immer weniger vergeben. Die Zahl der Habilitationen sei im vergangenen Jahr um knapp zehn Prozent auf 271 gesunken, teilte das Statistische Landesamt in Stuttgart mit. Juniorprofessuren sind in dem Wert nicht enthalten. 2004 seien es noch rund ein Drittel mehr gewesen (378).

Sorgenfalten wegen des sinkenden Frauenanteils

Als Grund nannte der Statistiker Axel Kühn, dass die meisten Postgraduierten aus den geburtenschwachen Jahrgängen der 70er Jahre stammten. Daher sinke die heutige Zahl der frisch gekürten Professoren im Land ab.

Sorgenfalten bereitet zudem der sinkende Frauenanteil, der im vergangenen Jahr bei nur noch 20 Prozent lag und damit vier Prozent niedriger war als im Vorjahr. Beim ersten Uni-Abschluss liege das Geschlechterverhältnis noch bei eins zu eins, sagte die Geschäftsführerin der Landeskonferenz der Uni-Gleichstellungsbeauftragten, Dagmar Höppel. Bei den Promotionen liege der Frauenanteil dann nur noch bei 40 Prozent. Die Halbierung des Werts auf 20 Prozent bei Habilitationen sei bedenklich, sagte Höppel. Ein Grund dafür ist nach ihrer Einschätzung ein staatliches Förderprogramm, das zwischen 2002 und 2007 ausgesetzt war. Für jeweils fünf Jahre wird der Weg zur Professorin in dem Margarete- von-Wrangell-Programm finanziert, jedes Jahr seien es zehn neue Plätze. "Die rückläufigen Zahlen bei Habilitationen von Frauen verdeutlichen, wie wichtig und unverzichtbar das staatliche Förderprogramm ist", so Höppel. Die Fortsetzung des Programms für 2011 sei finanziell nicht gesichert.

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