Die Uniter-Affäre sorgt bei den KSK-Kräften der Bundeswehr weiter für Unruhe. Foto: dpa/Kay Nietfeld

Bis vor kurzem galt der Verein Uniter noch als gemeinnützig, jetzt hat das Amtsgericht Mosbach Strafbefehle gegen Mitglieder des unter Rechtsextremismusverdacht stehenden Netzwerks erlassen.

Mosbach - Das Mosbacher Amtsgericht hat gegen den ehemaligen Elitesoldaten und Gründer des Uniter-Netzwerks, André S., einen Strafbefehl wegen des vorsätzlichen unerlaubten Führens von Schusswaffen erlassen. Fünf weitere Männer aus dem Umfeld des unter Rechtsextremismus-Verdacht stehenden Netzwerkes erhielten ebenfalls Strafbefehle. Bei ihnen unterstellte die Staatsanwaltschaft allerdings Fahrlässigkeit.

André S., besser bekannt als Hannibal, ist ein ehemaliger KSK-Kämpfer und hatte auf dem Gelände der ehemaligen Neckartalkaserne in Mosbach mit den anderen Männern ein paramilitärisches Schießtraining abgehalten. Sein Strafbefehl soll sich auf 80 Tagessätze und insgesamt 4000 Euro belaufen, meldete der SWR, der als Erster berichtete. Damit gälte er waffenrechtlich nicht mehr als zuverlässig. Allerdings hätten alle sechs Beschuldigten mittlerweile Einspruch eingelegt, teilte das Amtsgericht mit. Zwei Prozesse seien bereits terminiert.

Polizei findet Blendgranate

Bei Durchsuchungen hatte die Polizei bei zwei Beschuldigten weitere verbotene bzw. erlaubnispflichtige Gegenstände aufgefunden. Die Tatvorwürfe lauteten im einen Fall auf vorsätzlichen Erwerb und Besitz verbotener Waffen und im zweiten Fall auf vorsätzlichen unerlaubten Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Bei den in Rede stehenden Gegenständen handele es sich um einen Zielscheinwerfer, verbotene Messer sowie um Nebel- bzw. Rauchkartuschen und ein sogenanntes „Flashbang“, also eine Blendgranate.

Die Einziehung der Gegenstände sowie der zur Schießübung verwendeten Waffen wurde beantragt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Uniter-Verein mit Sitz in Stuttgart war bis zum Februar dieses Jahres noch als gemeinnützig anerkannt. Inzwischen führt ihn der Verfassungsschutz als Verdachtsfall. Zuvor war bekannt geworden, dass Verbindungen in die Reichsbürger- und Prepper-Szene bestehen.

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