An den Unikliniken im Land stehen die Zeichen auf Streik. Foto: dpa

Die Gewerkschaft Verdi setzt darauf, dass an den Unikliniken in Baden-Württemberg die Beschäftigten nach Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöhen wollen - und für einen Arbeitskampf stimmen.

Die Gewerkschaft Verdi setzt darauf, dass an den Unikliniken in Baden-Württemberg die Beschäftigten nach Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöhen wollen - und für einen Arbeitskampf stimmen.

Stuttgart - Verdi rechnet bei der am Montag beginnenden Urabstimmung an Unikliniken mit einem Votum für einen Arbeitskampf. „Die Erwartungen der Beschäftigten sind eindeutig: Anständige Gehaltssteigerungen statt der angebotenen Reallohnverluste. An den Verhandlungstisch kehren wir erst zurück, wenn ein deutlich verbessertes und verhandlungsfähiges Angebot vorliegt“, betonte Verdi-Verhandlungsführer Günter Busch am Freitag in Stuttgart.

Sprechen sich in der bis zum 12. Mai laufenden Abstimmung mehr als 75 Prozent der Verdi-Mitglieder unter den 25 000 nicht-ärztlichen Beschäftigten für einen unbefristeten Streik aus, ist dieser möglich. Er würde dann an den Standorten Heidelberg, Freiburg, Tübingen und Ulm Mitte Mai beginnen. Von der Arbeitsniederlegung könnten Tausende Patienten betroffen sein, denn die Krankenhäuser haben laut Baden-Württembergischer Krankenhausgesellschaft rund 6300 Betten.

Verdi fordert für die Krankenschwestern, Pfleger, Techniker oder Laboranten für zwölf Monate eine Lohnerhöhung um einen Sockelbetrag von 120 Euro und zusätzlich drei Prozent. Für alle Beschäftigten einschließlich der Auszubildenden soll es einheitlich 30 Tage Jahresurlaub geben.

Nachdem die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde am 15. April nach Verdi-Lesart Gehaltssteigerungen von jährlich 1,3 Prozent bei einer Laufzeit von 30 Monaten angeboten hatten, hatte die Tarifkommission der Gewerkschaft das Scheitern der Verhandlungen erklärt und den Weg für die Urabstimmung freigemacht. Die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber, die Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Tübingen, Gabriele Sonntag, hatte das Angebot als gute Verhandlungsgrundlage verteidigt. Sie könne nicht nachvollziehen, weshalb Verdi das Scheitern erklärt habe. Im Jahr 2012 war ein Arbeitskampf in letzter Sekunde durch ein Einlenken der Arbeitgeber abgewendet worden. Die Ärzte an Unikliniken fallen als Landesbeschäftigte unter die Tarifbestimmungen des Landes.

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