Uniformierte Polizeibeamte können auch kostenfrei mit der Stuttgarter Stadtbahn fahren. Foto: dpa

Immer häufiger greifen uniformierte Polizeibeamte auch nach dem eigentlichen Dienst in öffentlichen Verkehrsmitteln ein. Das erhöht die Sicherheit. Innen- und Verkehrsministerium erwägen deshalb, auch Kriminalpolizisten in ziviler Kleidung kostenlos mit den Öffis fahren zu lassen.

Stuttgart - Uniformierte Polizisten sind im vergangenen Jahr im Südwesten während einer Freifahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln so häufig eingeschritten wie noch nie. Wie das Innenministerium unserer Zeitung mitteilte, wurden 1553 Fälle registriert. Das ist Rekord. Die Beamten unterstützten zum Beispiel Zugbegleiter und Fahrkartenkontrolleure im Umgang mit Schwarzfahrern und Randalierern. Unter anderem stellten sie dabei 533 Personalien fest, erteilten 93 Platzverweise und nahmen 49 Personen fest.

Sicherheitsgefühl der Fahrgäste wird gestärkt

Beamte der Landespolizei dürfen Fernzügen oder Bus und Bahn im Nahverkehr außerhalb ihrer Dienstzeit kostenlos nutzen, wenn sie ihre Uniform tragen. Laut Innenminister Thomas Strobl (CDU) stärkt dies nicht nur das Sicherheitsgefühl anderer Fahrgäste. Es schrecke auch ab, Straftaten zu begehen. Ergebe sich doch mal eine Gefahrenlage, griffen die Beamten unmittelbar ein. „Das steigert objektiv die Sicherheit“, sagte Strobl unserer Zeitung.

Weil sich die Freifahrt für uniformierte Landespolizisten bewährt hat, forderte der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Ralf Kusterer, die Regelung auf Kriminalbeamte in ziviler Kleidung auszuweiten. „Das wäre ein riesiger Sicherheitsgewinn“, sagte er. Verkehrs- und Innenministerium zeigen sich aufgeschlossen für den Vorschlag und prüfen ihn derzeit. Im Kern geht um die Frage, wie Fahrgäste optisch erkennen können, dass es sich um Kriminalbeamte handelt. Laut Kusterer würde es ausreichen, dass diese ihren Dienstausweis zücken, wenn sie einschreiten.

Trend zeigt: In öffentlichen Verkehrsmitteln geht es rabiater zu

Die jüngsten Zahlen legen nahe, dass es in öffentlichen Verkehrsmitteln inzwischen rabiater zugeht. Das deckt sich mit dem Trend, den die Bundespolizei, die für die Sicherheit an Bahnhöfen und im Schienenverkehr zuständig ist, zuletzt gemeldet hat.

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