Wo einst Schrebergärten waren, sollen ab 2018 neue Wohngebäude gebaut werden, die die Wohnheime am Allmandring ergänzen. Foto: Jacqueline Fritsch

Am Allmandring auf dem Unicampus beginnen die Arbeiten für sieben Gebäude. Die Vereinigung Stuttgarter Studentenwohnheime (VSSW) möchte dort Platz für 387 Studenten schaffen. Die Fertigstellung ist für 2019 geplant.

Vaihingen - Die Schrebergärten zwischen dem Sportgelände und der Wiese, auf der jeden Sommer das Umsonst-und-Draußen-Festival stattfindet, werden nach und nach abgebaut. Bäume werden gefällt, Büsche, Beete und Zäune entfernt. Es sind die ersten vorbereitenden Maßnahmen für den Bau des neuen Studentenwohnheims am Allmandring. Bauherr ist die Vereinigung Stuttgarter Studentenwohnheime (VSSW).

„Im Rahmen des Baugesuchs wurde festgelegt, welche Bäume entfernt werden können und welche stehenbleiben“, erläutert Fritz Berner, Geschäftsführer und Vorsitzender der Vereinigung. Derzeit finden Baugrunduntersuchungen auf dem Gelände statt. Dabei wird geschaut, wie der Boden beschaffen ist, ob er eher sandig oder felsig ist. Davon hängt ab, wie tief die Gebäude in den Boden verankert werden können und müssen. „Wir müssen das Ergebnis der Baugrunduntersuchungen kennen, bevor wir mit dem eigentlichen Bau beginnen können“, sagt Berner. Wie lange sich die vorbereitenden Maßnahmen hinziehen, kann er nicht sagen. „Das hängt natürlich auch von der Witterung ab. Aber wir können nicht warten bis Ultimo“, sagt der Geschäftsführer.

Seit 1968 gibt es die VSSW. „Der Verein wurde gegründet, um Studenten attraktiven und kostengünstigen Wohnraum zur Verfügung stellen zu können“, sagt Berner. Den Baugrund stellt das Land Baden-Württemberg der Vereinigung in Erbpacht zur Verfügung.

2019 sollen die ersten Studenten einziehen

Die sieben neuen Gebäude sollen die bestehenden Wohnheime am Allmandring ergänzen und Platz für 387 Studenten schaffen. Der Bedarf ist da. Derzeit finden nur etwa 3000 Studenten auf dem Campus eine Unterkunft. Insgesamt sind an der Hochschule der Medien (HdM) und der Uni Stuttgart etwa 24 000 Studenten eingeschrieben. Sie verteilen sich auf die Standorte in Vaihingen und in der Innenstadt. Betreiber des neuen Wohnheims wird das Studierendenwerk Stuttgart sein.

Läuft alles nach Plan, können die Hochbaumaßnahmen im Laufe des nächsten Jahres beginnen. Wie lange sie dauern, ist schwer abzuschätzen. „Das Gelände befindet sich in Hanglage. Da ist das Bauen schwieriger“, sagt Berner. Zudem komme es darauf an, wie ausgelastet die beauftragten Baufirmen sind. Geplant ist, dass die ersten Studenten 2019 in das neue Wohnheim einziehen können. Die Kosten für den Bau des neuen Wohnheims belaufen sich auf geschätzt 23 Millionen Euro. Die Summe wird von der Vereinigung Stuttgarter Studentenwohnheimeselbst getragen.

Pächter mussten ihre Schrebergärten aufgeben

Bereits seit Anfang 2016 möchte die VSSW das neue Wohnheim bauen. Die Pächter der Schrebergärten mussten ihre Stückle aufgeben. Allerdings kam es zu Verzögerungen. Unter anderem sind Abstimmungen mit anderen Bauvorhaben dazwischengekommen. Die Baugenehmigung liegt seit Sommer 2016 vor. Im Januar 2017 fand eine Umweltverträglichkeitsprüfung statt. Mit dieser stellt man sicher, dass das Bauvorhaben keine besondere Belastung für Flora und Fauna darstellt. Die Bäume konnten erst ab Oktober gefällt werden. Denn das Bundesnaturschutzgesetz untersagt Baumfällungen zwischen dem 1. März und dem 30. September – zum Schutz der Tiere, die in diesen Monaten in den Bäumen brüten, nisten oder ihre Jungen großziehen. Nun soll es am Allmandring zügig vorangehen. „Die Arbeiten laufen jetzt sukzessive“, sagt Berner.

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