Erstmals wird auf dem Vaihinger Campus eine Kindertagesstätte in eine Wohnanlage für Studierende integriert. Foto: Studierendenwerk Stuttgart/Christoph Düpper

Von 13. bis 17. April sind die Entwürfe von sieben Architekturbüros auf dem Unicampus in Stuttgart-Vaihingen zu sehen. Die Wohnanlage wird die erste mit einer integrierten Kinderbetreuung auf dem Campus werden. Die Kita hat eine besondere Ausrichtung.

Vaihingen - Auf dem Vaihinger Campus der Universität Stuttgart soll bis Ende 2020 eine Vielzahl neuer Wohnplätze für Studenten entstehen, unter anderem eine Wohnanlage mit integrierter Kinderbetreuung. Das Studierendenwerk plant den Gebäudekomplex auf einem etwa 3090 Quadratmeter großen Gelände an der Universitätsstraße zwischen dem Gästehaus „campus.guest“ (Universitätsstraße 34) und der Außenstelle der Helene-Ferchau-Horn-Schule (Universitätsstraße 20) sowie dem Kinderhaus Pfaffenwald (Pfaffenwaldring 3). Das Land Baden-Württemberg hat das Areal in Erbpacht zur Verfügung gestellt, schreibt das Studierendenwerk in einer Pressemitteilung.

Die neue Wohnanlage soll Platz für mehrere Vierer- und Sechserwohngruppen bieten. „Aktuell können wir noch keine genaue Anzahl nennen, da wir auch im Ausschreibungsverfahren keine Vorgaben gemacht haben. Natürlich soll die vorhandene Baufläche aber bestmöglich genutzt werden“, sagt Anita Bauer, die Pressesprecherin des Studierendenwerks. Zudem sind Gemeinschaftsräume zum Lernen und Feiern vorgesehen. 34 Architekturbüros haben sich bei dem EU-weit ausgeschriebenen Wettbewerb beworben; die Entwürfe von sieben Büros sind nach Ansicht des Studierenwerks geeignet.

Vergabe für den Bau soll Ende Mai erfolgen

Am Freitag, 13. April, bewertet eine zwölfköpfige Jury aus Mitgliedern des Studierendenwerks Stuttgart, des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft sowie des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Universität Stuttgart, der Stadt Stuttgart und des Bezirksbeirats Vaihingen sowie externen Fachberatern die einzelnen Entwürfe. Im Anschluss an die Sitzung sind die Pläne und Modelle öffentlich einsehbar, und zwar bis einschließlich Dienstag, 17. April, im Foyer des Tagungshotels „campus.guest“, Universitätsstraße 34. Wer möchte, kann sich dort ein Bild von den baulichen Zukunftsplänen der Uni machen und sich die verschiedenen Entwürfe anschauen. Der Eintritt ist frei.

Am 23. April sind die Verhandlungsgespräche im Studierendenwerk geplant. Dort haben die Architekturbüros Gelegenheit, die Weiterentwicklung ihrer Pläne darzustellen. Ende Mai soll die finale Auftragsvergabe durch das Studierendenwerk erfolgen.

Über die Optik der Wohnanlage kann noch keine Auskunft gegeben werden, da noch keine Entscheidung für einen Siegerentwurf gefallen ist. Auch zu den Kosten kann das Studierendenwerk noch keine Auskunft geben. „Der Kostenrahmen ist abhängig von den eingereichten Entwürfen der Architekturbüros und dem Verhandlungsergebnis“, sagt Bauer. Die Jury wird am Freitag die Entwürfe nach den Kriterien „Entwurfsidee, städtebauliches und freiraumplanerisches Konzept, Funktionalität, architektonische und gestalterische Konzeption, Konstruktion und Materialität sowie Wirtschaftlichkeit“ bewerten, heißt es in der Pressemitteilung.

Kita soll Forscherdrang der Kinder fördern

Zwar gibt es auf dem Campus bereits zwei Kitas mit Platz für 40 Kinder. Mit dem geplanten Neubau wird auf dem Unicampus aber erstmals eine Kinderbetreuungseinrichtung in einer Wohnanlage integriert. „Die Kita ist eine Initiative der Universität Stuttgart. Hier sollen auch Plätze für Kinder wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angeboten werden“, erklärt Bauer. Die Kindertagessstätte mit MINT-Schwerpunkt soll 60 Kindern von null bis sechs Jahren einen Betreuungsplatz bieten.

MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik; Fächer, die auf dem Vaihinger Campus stark vertreten sind. Das hört sich zunächst mehr nach Schule und Studium als nach Kita an, bedeutet aber lediglich, dass die Kinder bereits früh mit naturwissenschaftlichen und technischen Themen in Berührung kommen. „Hinter der MINT-Ausrichtung steht ein umfangreiches pädagogisches Konzept. Sie soll den natürlichen Forscherdrang und die Wissensbegierde der Kinder wecken und fördern“, sagt Bauer.

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