Wilhelm Kincses ist der Herr über die Messgeräte an der Hochschule. Foto: Uni Hohenheim

In der ehemaligen Landesanstalt Chemie auf dem Hohenheimer Campus hat die Uni eine Core Facility für wissenschaftliche Großgeräte gegründet, das Tier-, Lebensmittel- und Pflanzenforschern feinste Molekularanalysen ermöglicht.

Stuttgart - In der ehemaligen Landesanstalt ­Chemie auf dem Hohenheimer Campus hat die Uni ein Zentrum für wissenschaftliche Großgeräte namens Core Facility gegründet, das Tier-, Lebensmittel- und Pflanzenforschern feinste Molekularanalysen ermöglicht. Damit verbunden ist der Aufbau zentraler Datenbanken und ein professionelles Datenmanagement. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt den Ausbau mit 550 000 Euro.

Dies sei „ein wichtiger Baustein für die Stärkung der Forschung“, sagte der Hohenheimer Unirektor Stephan Dabbert bei der Eröffnung am Mittwoch – „es hilft uns, ­effizienter zu sein.“ Bei der zentralen Forschungseinrichtung geht es nicht nur darum, Massen- und Kernresonanzspektrometer, die bisher auf dem Campus verteilt sind, zentral zu bündeln. Sondern diese Einrichtung ermögliche auch Investitionen, die sich ein einzelnes Fachgebiet nicht leisten könnte. Und gerade die Nutzung durch mehrere Arbeitsgruppen sei bei der DFG eine Voraussetzung für die Förderung weiterer Projekte – und für die Uni eine Chance für neue Kooperationen.

Die neue Einrichtung hilft Forschern auch bei der Analyse von Lebensmitteln

Weiterer Vorteil: in der Core Facility seien auch Messungen möglich, die bisher nicht möglich waren. So können Forscher wie Jens Wünsche vom Fachgebiet Ertragsphysiologie der Sonderkulturen etwa ­herausfinden, wie man Obstbäume dazu bringt, jedes Jahr zu tragen. Uwe Beifuß vom Fachgebiet Bioorganische Chemie sieht die augenscheinlichen Vorteile der Core Facility vor allem im Bereich der Analyse von Lebensmitteln und Aufklärung ihrer Strukturen.

Nicht nur der methodische Umgang mit den Messgeräten samt ihrer Wartung, auch der Umgang mit den Datenbanken und ­Dokumentationen wird professionalisiert. „Ein richtiger Mehrwert ist auch durch die Mitarbeiter der Core Facility entstanden“, so der Forschungsprorektor Andreas Schaller. Man habe von der Landesanstalt Chemie nicht nur funktionsfähige Labore, sondern auch 26 der 36 Mitarbeiter übernehmen können, berichtete Dabbert.

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