Der Graf von Unheilig Foto: Getty Images Europe

Das Publikum ist begeistert, hängt dem Grafen von den hintersten Rängen bis in die erste Reihe an den Lippen und kennt jedes Stück des Best-of-Sets auswendig. Lauthals singen sie der Band ein Ständchen zum 15. Geburtstag.

Drei Vorbands, drei Stunden Wartezeit: Als der Graf, Frontmann der Band Unheilig, am Samstagabend auf die Bühne kommt, sitzen viele Zuschauer im Innenraum der Schleyer-Halle auf dem Boden oder tummeln sich an den Verkaufsständen. Der Graf zieht nur den schwarzen Frack aus, das weiße Hemd und die Krawatte behält er an, obwohl er nach kürzester Zeit schweißüberströmt ist. Denn so getragen, wie man viele Lieder von den Unheilig-Alben kennt, sind sie auf der Bühne keineswegs.

Schnelle rockige Nummern dominieren, werden nur hin und wieder von ruhigeren Stücken unterbrochen. Zu Keyboard, Gitarre und Schlagzeug kommen dann Streicher und Flöten vom Band hinzu. Anders als bei den Studioaufnahmen tritt die Stimme des Grafen nicht so prominent hervor. Das ganze Set über wird deutlich, dass Unheilig darum bemüht sind, das Volksmusik-Vorurteil gegenüber ihrer Musik abzuschütteln. „Ich les’ das ja immer im Internet“, sagt der Graf zwischendurch, „aber ich kann euch versichern, das neue Album ist alles andere als Volksmusik.“ Als Beweis dafür dient ihm das neue Lied „Goldrausch“.

Das Publikum ist begeistert, hängt dem Grafen von den hintersten Rängen bis in die erste Reihe an den Lippen und kennt jedes Stück des Best-of-Sets auswendig. Lauthals singen sie der Band ein Ständchen zum 15. Geburtstag. „Wollt ihr noch mehr?“, brüllt der Graf in die Menge. Die Schleyerhalle tobt.

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