Bundeskanzler Sebastian Kurz im Zwiegespräch mit dem Tübinger OB Boris Palmer. Foto: BKA

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer wurde ins österreichische Bundeskanzleramt eingeladen. Es war ein Treffen mit dem österreichischen Regierungschef, bei dem der Buchautor Palmer ordentlich Eigenwerbung betreibt.

Wien - Es sei eine große protokollarische Ehre gewesen freut sich der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer über eine ungewöhnliche Einladung aus Wien. Am Dienstag hat der Grünen-Politiker den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz getroffen. Man habe sich über Ökologie unterhalten, aber auch über Flüchtlingspolitik, berichtet Palmer nach dem 45-minütigen Gespräch. Etwas Eigenwerbung hat Palmer medienwirksam auch noch gemacht: Er überreichte dem Regierungschef ein Exemplar seines Buches „Wir können nicht allen helfen“, in dem er die Grenzen der Belastbarkeit durch den Flüchtlingszuzug nach Deutschland auslotet und die Schwierigkeiten der Integration in Tübingen beschreibt. Beide Politiker eint ihre konservative Position in Asylfragen. Hardliner Kurz hält die Verteilung von Migranten in der Europäischen Union nach festen Quoten für einen Irrweg.

Kurz sei alles andere als ein Schmuddelkind, verteidigt Palmer den Bundeskanzler

Zu dem Treffen sei es gekommen, weil der ÖVP-Politiker im Kanzlerwahlkampf der Grünen-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek eine Ausgabe des Flüchtlingsbuches geschenkt habe, erläutert Palmer. Er habe ein Ersatzexemplar mit Widmung nach Wien geschickt und sei daraufhin eingeladen worden. Keine Sekunde habe er gezögert, diese anzunehmen, sagt Palmer. „Ich halte die in Deutschland und gerade im grünen Milieu weit verbreitete Haltung, der österreichische Kanzler sei ein Schmuddelkind, für unreflektiert und vorurteilsbeladen.“ Die Atmosphäre sei sehr höflich gewesen, beschreibt Palmer das Tête-à-tête mit dem 31-Jährigen unterm goldenen Kronleuchter. „Kurz ist ein äußert zuvorkommender und interessierter Gesprächspartner.“

Oberbürgermeister Palmer hat die Stippvisite beim jüngsten Regierungschef Europas zusammengelegt mit dem Besuch einer Konferenz zu Themen wie Klima und Energie in Wien. Die Teilnehmer der Urban Future Global Conference (UFGC) tauschen sich drei Tage lang zu den neuesten Projekten, Ideen und Konzepten der nachhaltigen Stadtentwicklung aus.

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