Die Wohnung an der Klagenfurter Straße in Stuttgart-Feuerbach. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Eine unglaubliche Verkettung unglücklicher Zufälle hat einen Wohnungsbrand in Stuttgart-Feuerbach ausgelöst – und zwei Haustieren das Leben gekostet.

Stuttgart - Eine tote Katze, ein toter Hund, drei leicht verletzte Hausbewohnerinnen und 50 000 Euro Schaden – das Leben hält manchmal unglaubliche Zufälle mit tragischen Folgen bereit. Und das nur, weil zwei Schminkspiegel in der Küche stehen.

Wie die Polizei mitteilte, spielte sich in einer Wohnung an der Klagenfurter Straße in Feuerbach am Donnerstag zwischen 8.20 und 15.50 Uhr ein kleines Drama ab. Eine 43-jährige Bewohnerin verließ ihre Wohnung am Morgen. In der Küche hinterließ sie zwei Kartons mit Kerzen und Dekorationsmaterial, die für die vorweihnachtliche Ausschmückung der Räume gedacht waren. In der Küche standen noch andere Gegenstände herum – unter anderem zwei Spiegel, mit konkaver Wölbung, wie man sie beim Schminken verwendet.

„Und dann gab es eine Verkettung unglücklicher Ereignisse, so unwahrscheinlich wie ein Volltreffer im Lotto“, sagt Polizeisprecher Tobias Tomaszewski. Denn im Tagesverlauf schien die Sonne durchs Küchenfenster, fiel auf die beiden Spiegel, die das Licht auf einen Punkt fokussierten. Auf die Kartons. Die begannen zu brennen und zu qualmen. Die Flammen erloschen allerdings wieder durch Sauerstoffmangel von selbst.

Drei Frauen versuchen noch zu retten – zu spät

Die Wohnung aber wurde komplett verraucht – und die giftigen Rauchgase töteten eine Katze und einen Hund. Die am Nachmittag heimkehrende 43-jährige Bewohnerin sowie 46 und 62 Jahre alte Helferinnen erlitten leichte Rauchvergiftungen, als sie die Tiere in der Wohnung suchten und aus den Räumlichkeiten retten wollten.

Der Brennglaseffekt sind der Feuerwehr und den Brandermittlern der Polizei nicht unbekannt. „Das kommt gelegentlich vor“, heißt es. In Rutesheim (Kreis Böblingen) wurde im Juni 2015 ein Dachfenster von Sonnenstrahlen herausgebrannt. Auch ein Dachstuhlbrand im Freiburger Stadttheater 2016 soll dadurch verursacht worden sein. Einen spektakulären Fall gab es im März 1994. Im Schaufenster eines Geschäfts in der Büchsenstraße in der Innenstadt explodierte die Auslage. Inmitten von Glassäulen war es fünf Einweg-Feuerzeugen zu heiß geworden.