Trauer an der Unfallstelle Seeblickweg: Hier kam eine Passantin ums Leben. Foto: Andreas Rosar

Nach dem zweiten tödlichen Unfall an einer Kreuzung in Hofen ist es mit Abwarten und Vertrösten nicht mehr getan, meint unser Polizeireporter Wolf-Dieter Obst.

Stuttgart - Der Unfall in Hofen ist tragisch, und niemand weiß bisher, wie er je hätte verhindert werden können. Vielleicht war die Ursache ein gesundheitliches Problem des Autofahrers, vielleicht etwas anderes. Die Ermittlungen der Polizei dauern an, derzeit kann nur spekuliert werden.

Der Unfall wirft allerdings ein düsteres Licht auf die Stadt, die es nach vielen Jahren und selbst nach dem Tod eines neun Jahre alten Kindes nicht geschafft hat, für etwas mehr Verkehrssicherheit an einem Brennpunkt zu sorgen. Nichts hat sich nach dem Tod eines Buben im August 2017 getan. Dabei ist längst allen Beteiligten klar, dass der bauliche Zustand der Kreuzung von Seeblickweg und Benzenäckerstraße zwischen Hofen und Neugereut dringend geändert werden muss.

Autofahrer haben an der Ortsrandlage trotz Tempo 50 optisch freie Fahrt, im Nachteil sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer – Kinder und ältere Menschen. Ist es denn nur Zufall, dass die Opfer neun und 80 Jahre alt waren? Ein Kreisverkehr verhindert nicht alles, aber er schafft Strukturen und Sicherheit.

Wie die Stadt damit umgeht, ist ein politisches Trauerspiel aus Verzögern und Vertrösten. Da lässt sich OB Kuhn auch nichts von einem Parteifreund und Landesminister vorschreiben. Doch damit muss es ein Ende haben. 2020? 2021? Nein, jetzt muss die Gefahrenstelle entschärft werden – und sei es mit Behelfslösungen.

wolf-dieter.obst@stzn.de

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