Die Zahl der Unfälle, an denen die Fahrer von E-Scootern beteiligt waren, hat im Kreis Göppingen stark zugenommen. Foto:  

Insgesamt liegt die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis Göppingen auf konstantem Niveau. Vermehrt erfasste die Polizei im vergangenen Jahr Unfälle mit E-Scootern oder Pedelecs.

Die Entwicklung der Gesamtzahlen der Verkehrsunfälle ist 2025 in Baden-Württemberg annähernd auf gleichem Niveau wie im Vorjahr geblieben, erklärte das Polizeipräsidium Ulm, das auch für den Landkreis Göppingen zuständig ist, bei der Präsentation der Unfallstatistik für das vergangene Jahr. „Die Bilanz aus dem Jahr 2025 zeigt, dass die mehrgleisige Strategie des Polizeipräsidiums Ulm bei den Maßnahmen zur Verkehrssicherheit greift. Dazu zählen Maßnahmen der Verkehrsüberwachung, der Verkehrsprävention, der Öffentlichkeitsarbeit und die Arbeit in der Unfallkommission“, sagte der Polizeipräsident Josef Veser.

 

Weniger Unfälle mit Verletzten

Insgesamt ereigneten sich im Land 314.129 Verkehrsunfälle, also mehr als 2024, da waren es 312.105. Diese Entwicklung zeigt sich auch bei den Verkehrsunfällen im Kreis Göppingen: 2025 ereigneten sich gegenüber dem Vorjahr 62 Unfälle mehr, was bei 6050 Verkehrsunfällen einer leichten Zunahme um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dennoch liegen die Zahlen immer noch unter dem Jahr 2023 mit 6.559 Verkehrsunfällen im Kreis Göppingen. Ein leichter Rückgang um 19 Fälle zeigt sich bei den Unfällen, bei denen Menschen verletzt wurden. Damit sank die Zahl der Unfälle mit Personenschaden im Kreis von 667 im Jahr 2024 auf 648 im Folgejahr. Dennoch wurden 2025 bei Verkehrsunfällen im Kreis sechs Menschen getötet, gegenüber fünf tödlich verunglückten Personen im Jahr 2024.​

Ein besonders tragischer Unfall ereignete sich Anfang November 2025 in Rechberghausen. Ein 81-Jähriger erfasste nach einem gemeinsamen Restaurantbesuch seinen 82-jährigen Bekannten mit dem Auto und schleifte das Opfer noch 70 Meter mit. Der 82-Jährige starb vor Ort. Ende März 2025 kam es auf der Eichertstraße in Göppingen zu einem tödlichen Verkehrsunfall, bei dem ein 50-jähriger Ford-Fahrer gegen 4 Uhr nachts von der Fahrbahn abkam und gegen einen Brückenpfeiler prallte.​

Auch bei der Zahl der Schwerverletzten zeigt sich ein leichter Anstieg um 3 Prozent. 2025 wurden bei Verkehrsunfällen 99 Personen schwer verletzt, 2024 lag diese Zahl bei 96 Personen.

Zahl der schwer verletzten Radler ist gestiegen

Während es bei der Unfallbeteiligung von Fußgängern 2025 einen deutlichen Rückgang gab, stieg die Zahl der schwer verletzten Radler um 56 Prozent an, noch dramatischer war der Anstieg bei Unfällen, an denen Pedelecs beteiligt waren. Hier zeigt die Unfallstatistik des Ulmer Polizeipräsidiums einen Anstieg von fast 50 Prozent von 58 Unfällen mit Pedelecs im Jahr 2024 auf 86 Unfälle im Jahr 2025. Bei den schwer verletzten Pedelecfahrern liegt der Anstieg sogar bei 88 Prozent mit 15 Schwerverletzten im Vorjahr. Als Hauptursache nennt die Polizei zu hohe Geschwindigkeit. Bei Unfällen mit Fahrrädern, bei denen Personen zu Schaden kamen, wurden im vorigen Jahr 73 Verkehrsunfälle von Radfahrern selbst verursacht.

Bei Unfällen mit Verletzten, an denen Pedelecs beteiligt waren, stellte die Polizei bei 48 von 80 Unfällen die Fahrer der Pedelecs als Unfallverursacher fest. Auf Straßen und Radwegen sind immer mehr Elektroscooter zu sehen. Die steigende Beliebtheit dieser Elektrofahrzeuge macht sich auch in der Unfallstatistik bemerkbar. Der Anstieg der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von E-Scooter und ähnlichen Kleinfahrzeugen stieg im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm um 35 Verkehrsunfälle auf 136 (2024: 105 Unfälle). In Baden-Württemberg insgesamt wurde ein Plus von 35 Prozent registriert. Im Kreis Göppingen stieg die Zahl von Unfällen, an denen E-Scooter beteiligt waren, um 126 Prozent von 19 Verkehrsunfällen im Jahr 2024 auf 43 im Jahr 2025. Als großes Problem im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm nennt die Polizei, dass zu wenig E-Scooter-Fahrer einen Helm getragen haben.

Junge Fahrer und Senioren bleiben Risikogruppen

Nach wie vor gehören junge Fahrer und Senioren zu den Risikogruppen bei Verkehrsunfällen. Im Kreis Göppingen waren im Jahr 2025 18- bis 24-Jährige an 444 Unfällen beteiligt. Damit sank ihre Zahl gegenüber 2024 mit 479 Unfällen um 7 Prozent. Hauptursachen bei Unfällen mit jungen Fahrern waren „nicht angepasste oder zu hohe Geschwindigkeit“ (55 Fälle im Jahr 2025), gefolgt von dem Missachten der Vorfahrt (49 Fälle) und Unfällen durch Abbiegen, Einfahren auf Straßen oder Fehlern beim Wenden mit 44 Fällen.

Bei Fahrern ab 65 Jahren liegen Fehler bei der Vorfahrt mit 129 von insgesamt 654 Fällen an der Spitze der Ursachen für Verkehrsunfälle. Direkt danach kommen Fehler beim Abbiegen, Wenden oder beim Einfahren auf Straßen mit 76 Unfällen.

Gefährlicher Abschnitt auf der A8

Tunnel
 Im Kreis liegt mit dem Abschnitt der Autobahn A8 bei Gruibingen ein Unfallschwerpunkt im Land. Der Lärmschutztunnel der A8 bei Gruibingen gehört zu den gefährlichsten Straßenabschnitten in Baden-Württemberg.

Studie
Laut einer Studie der Versicherung Allianz liegt der Tunnelbereich auf dem dritten Platz im Land, wenn es um Verkehrsunfälle geht. Im Bereich des Lärmschutztunnels gibt es immer wieder zu Staus oder stockenden Verkehr und dadurch Auffahrunfälle. Problematisch sind auch Spurwechsel oder ein zu geringer Abstand, der bei plötzlichem Abbremsen zu Unfällen führt.