Immer wieder kracht es in Stuttgart, weil Autofahrer die Stadtbahnen übersehen. Foto: Andreas Rosar (Archiv)

In der Stuttgarter Unfallstatistik ist ein leichter Rückgang der Unfallzahlen zu erkennen. Doch eine Sache macht der Chefin der Verkehrspolizei besonders Sorgen.

Stuttgart - Nach dem Negativrekord mit so vielen Unfällen wie nie zuvor auf Stuttgarts Straßen kann die Polizei in diesem Jahr beim Rückblick auf 2018 eine leichte Entwarnung geben. Es seien mit 26  395 Unfällen immerhin rund zwei Prozent weniger geschehen als im Vorjahr. „Aber es ist immer noch ein sehr hohes Niveau“, gibt Claudia Rohde, die Leiterin der Stuttgarter Verkehrspolizei, zu bedenken. Pro Tag sind das immerhin noch 73 Unfälle, davon 67 mit Sachschaden und sechs mit verletzten Verkehrsteilnehmern.

Auf den Straßen der Stadt waren vier Unfalltote zu beklagen. Auch hier ein deutlicher Rückgang: Im Jahr davor waren zehn Menschen in Stuttgart bei Verkehrsunfällen gestorben. Unter den Verkehrstoten des Jahres 2018 ist ein Fahrradfahrer, der gestürzt war, und ein Mensch, der bei einem Stadtbahnunfall ums Leben kam.

Wieder steigt die Zahl der Stadtbahnunfälle

Die Zahl der Stadtbahnunfälle hat im Jahr 2018 wieder zugenommen. Es waren 120 Unfälle und damit sieben Prozent mehr als im Jahr davor. „Bei der Betrachtung muss man auch berücksichtigen, dass wieder Strecken und damit gefahrene Kilometer der Stadtbahn hinzukamen“, erläutert Claudia Rohde. Das gelte ähnlich auch für die Zunahme der Fahrrad- und Pedelecunfälle, da immer mehr Stuttgarter aufs Zweirad steigen.

Was der Verkehrspolizei besonders große Sorgen bereitet, ist die Hartnäckigkeit, mit der Autofahrer das Handyverbot am Steuer ignorieren. „Wenn man an der Ampel in die Fahrzeuge schaut, haben etliche das Telefon in der Hand“, sagt Rohde. Sie meint, dass die Schätzung, es handele sich dabei um ein Drittel, noch zu niedrig gegriffen sei. Landesweit gibt das Innenministerium einen Wert von mehr als 19 Prozent der Ablenkung durch Handys als Unfallursache an. Für das Stadtgebiet liege keine Auswertung vor. „Man ist entweder auf ein Eingeständnis des Unfallverursachers oder auf eine Zeugenbeobachtung angewiesen“, so Rohde.

Zu den Hauptunfallursachen in Stuttgart zählten weiterhin Fahrfehler beim Wenden, Abbiegen, Rückwartsfahren und das Missachten der Vorfahrt. Dicht gefolgt werden diese Unfallursachen von Fehlern beim Fahrstreifenwechsel, Fahren unter Alkoholeinfluss, zu geringem Abstand und Geschwindigkeit. Die Polizei werde ihrer Überwachungsmaßnahmen daran orientieren, sagte die Leiterin der Verkehrspolizei.

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